Fotoausstellungen in München

[Stand 22. August 2019] Die folgenden Fotoausstellungen in München (und Umgebung) kann man derzeit oder bald anschauen. Die Ausstellungen sind nach Enddatum sortiert. Alle Angaben ohne Gewähr. Fragen und ggf. Terminhinweise bitte mailen an sg@goertz-fotografie.de. Weitere aktuelle Infos auch unter www.facebook.com/susannegoertz.fotografie

FORUM 049: Sebastian Riemer – Archivarische Empathie
In seinen Fotografien geht der Düsseldorfer Künstler Sebastian Riemer (geb. 1982) den speziellen und vielgestaltigen Eigenschaften des fotografischen Bildes auf den Grund. Welche Informationen können wir schon an der Oberfläche eines Abzug sammeln? In welchem Verhältnis stehen das Lichtbild und Praktiken der Massenmedien, etwa Stereotypisierung, Retuschen und Manipulationen oder Authentifizierungsstrategien? Riemer wirft diese medienreflexiven Fragen konkret am Bild auf, indem er Fotografien von Fotografien herstellt. Mittels dieser Aneignung fremder Bilder und seiner eigenen Überarbeitung, gelingt es ihm fotografische Charakteristika sichtbar und zum zentralen Thema seiner Bilder zu machen.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, bis 25. August 2019
www.muenchner-stadtmuseum.de

Batia Suter “Hexamiles (Odyssee)
Kunstverein München, Schaufenster am Hofgarten, Galeriestr. 4, München
Immer einsehbar, bis 25. August 2019
www.kunstverein-muenchen.de

Lisa Holzer “Esst mich!”
Lisa Holzer erkundet die Logik des Begehrens durch Bilder, Texte, performative Gesten und subtile Veränderungen an Ausstellungskonventionen. In ihren jüngsten Arbeiten werden vulgäre, aber appetitliche Fotos von Lebensmitteln formlos gemacht, vergrößert und zu einer malerischen, manchmal anthropomorphen Qualität abstrahiert und so Beschreibungen ästhetischer Erfahrungen hervorgerufen, welche von Theodor Adorno in seiner ästhetischen Theorie als „geschmackvoll genießen“ und „körperlich verschlingen“ bezeichnet werden und die Kunst in eine unbequeme Nähe zu „Küche und Pornografie“ bringen. Die daraus resultierenden Bilder verspotten und zelebrieren gleichermaßen die Hinterlassenschaften der abstrakten Malerei und arbeiten zugleich mit Klischees und den Erwartungen an das Medium Fotografie selbst. Mit Humor und kritischem Witz thematisiert ihre Praxis Bedingungen von Arbeit, Sichtbarkeit und Machtstrukturen gegenüber KünstlerInnen, Kunstwerken und dem Kunstsystem selbst.
Kunstverein München, 1. OG, Galeriestr. 4, München
Di-So 12-18 Uhr, bis 25. August 2019
www.kunstverein-muenchen.de

Legendäre Rockfotos hoch über München!
Magic Moments of Rock & Po: Deep Purple! Die Ausstellung präsentiert Aufnahmen des Fotokünstlers Didi Zill (*1952) von der britischen Band – handverlesene Motive aus allen Schaffensphasen, immer nah an der Gruppe dran.
Rockmuseum im Olympiaturm, Spiridon-Louis-Ring 7, München
Mo-So 9-24 Uhr, bis 30. August 2019
www.rockmuseum.de

Libellen – Leben in zwei Welten
Eine Entdeckungsreise in die unterschiedlichen Lebensräume: lebende Libellenlarven im Wasser und prachtvoll schillernde Flugakrobaten mit überraschenden Verhaltensweisen und erstaunlichen Eigenschaften, die Vorbild für technischen Innovationen sind. Viele Aufnahmen stammen vom Tierarzt und Naturfotografen Dr. Ferry Böhme, Bildband “Faszination Libellen” mit Thomas Brockhaus.
Museum Mensch und Natur, Schloss Nymphenburg
Do 9-20 Uhr, Fr/Di/Mi 9-17 Uhr, Sa/So/Fei 10-18 Uhr, bis 9. September 2019
www.mmn-muenchen.de

Saul Leiter.
Diese Ausstellung im Kunstfoyer widmet sich einem Grenzgänger zwischen den Medien Malerei und Fotografie. Saul Leiter (* 1923 in Pittsburgh – 2013 New York City) erfährt erst seit wenigen Jahren die verdiente Würdigung als einer der führenden Pioniere der Farbfotografie. Schon 1946, weit vor den Vertretern der „New Color Photography“ der 1970er Jahre (William Eggleston, Stephen Shore) verwendete er als einer der ersten die damals von Künstlern noch verachtete Farbfotografie. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Kunst und begann bereits als Teenager Ende der 1940er Jahre zu malen. Seine Familie unterstützte sein künstlerisches Interesse nicht, da sein Vater, ein anerkannter Talmudischer Rabbiner und Gelehrter, stets seine Hoffnungen darauf gesetzt hatte, dass sein Sohn ihm eines Tages in der Familientradition als Rabbiner nachfolgen würde.
Saul Leiter hat sich immer als Maler und Fotograf verstanden. Sowohl in seiner Malerei als auch in seinen Fotografien tendiert er deutlich zu Abstraktion und Flächigkeit. Passanten werden nicht als Individuen in das Bild aufgenommen, sondern als verschwommene ästhetische Farbimpulse, überlagert von Scheiben oder zwischen Hauswänden und Verkehrszeichen. Die Übergänge zwischen Abstraktion und Figurativem in seinen Malereien und Fotografien sind beinahe nahtlos. Er findet seine Motive wie Schaufenster, Passanten, Autos, Schilder und immer wieder Regenschirme in der unmittelbaren Umgebung. Die Unschärfe im Detail, die Verwischung von Bewegung und die Minderung der Tiefenschärfe, den Ausgleich oder gewollten Entzug von notwendigem Licht und die Verfremdung durch Fensterdurchsichten und Spiegelungen. Dies alles verschmilzt zur Farbsprache eines halb realen, halb abstrahierten urbanen Raums. Es sind Arbeiten eines fast noch unentdeckten modernen Meisters der Farbfotografie der 1940er und 1950er Jahre.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg und wird kuratiert von Ingo Taubhorn und Brigitte Woischnik.
Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München
tgl. 9-19 Uhr, bis 15. September 2019
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

We are there, where we are going
A reverse look into tomorrow of Eastern Partnership countries: Ukraine, Moldova, Georgia.
Die Fotoausstellung richtet den Blick auf die Ukraine, Moldawien und Georgien und beleuchtet deren gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung im Kontext der europäischen Familie. Durch verschiedene Genres – dokumentarisch, inszeniert oder konzeptuell – vermitteln die teilnehmenden Fotograf*innen ihre Lesarten von Erinerung, Gegenwart und Zukunft.
Pasinger Fabrik, Lichthof und Bar, August-Exter-Str. 1, München
tgl. 10-23 Uhr, bis 15. September 2019
www.pasinger-fabrik.de

Katharina Sieverding “Am falschen Ort II”
Im Sommer 2019 präsentiert die international renommierte Künstlerin Katharina Sieverding im Dachauer Schloss großformatige Foto-Arbeiten aus ihrem umfangreichen Oeuvre. Unter anderem werden neue, speziell für Dachau geschaffene Werke sowie eine Medieninstallation gezeigt.
Die Künstlerin forscht in ihren Bildkonstruktionen nach Bedeutung und Kritik historischer und politischer Geschehen, deren gesellschaftlichen Beziehungen und dem Stellenwert des Menschen.
Im weltumspannenden Blick ergeben sich aus dem Titel “Am falschen Ort II” vielfache Bezüge. So stellt uns die fast 30 Meter lange skulpturale Raum-Installation im aristokratischen Ambiente des Renaissance-Saales auch die Frage nach der Auseinandersetzung mit der spezifischen Bedeutung des Ortes. Diese Frage lässt sich auf die Stadt Dachau und darüber hinaus erweitern.
Schloss Dachau, Schlossstr. 2, 85221 Dachau
tgl. 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, bis 15. September 2019
www.vr-dachau.de

Von Ferne. Bilder zur DDR
Die Gruppenausstellung »Von Ferne. Bilder zur DDR« zeigt Formen des produktiven Umgangs mit fotografischen Bildern aus der und über die DDR. Zu sehen sind Arbeiten, für die sich Künstler*innen fremde wie auch eigene Bilder (erneut) aneignen, diese in einer Vergegenwärtigung umkreisen und so einer Neubetrachtung öffnen. An verschiedenen Stellen weisen die Arbeiten über die Aneignung auf visueller Ebene hinaus, verschränken in medienübergreifenden Ansätzen Bild und Text, verwenden das eine als Gegenstück des anderen und umgekehrt.
Mit Arbeiten von u. a. Tina Bara, Seiichi Furuya, Tamami Iinuma, Sven Johne, Jens Klein, Jürgen Kuttner, Christian Lange, Emanuel Mathias, Katrin Mayer, Simon Menner, Einar Schleef, Christine Schlegel, Joachim Schmid, Erasmus Schröter, Gabriele Stötzer, Paul Alexander Stolle, Elisabeth Tonnard, Andreas Trogisch, Joerg Waehner, Ulrich Wüst.
Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60, München
Di-So 11-18 Uhr,  bis 15. September 2019
www.villastuck.de

Klaus Kinold: Schöpferische Wiederherstellung
Zu seinem 80. Geburtstag wird der international geschätzte Münchner Architekturfotograf Klaus Kinold mit einer thematischen Ausstellung von der Stiftung des BDA Bayern und der Architekturgalerie München geehrt. Kinolds Fotografien ausgewählter Bauten von Hans Döllgast, Karljosef Schattner und Josef Wiedemann zeigen in eindrücklicher Weise das Werk dieser herausragenden Architekten des Wiederaufbaus in Bayern. Als Pionier der „schöpferischen Wiederherstellung“ beschädigter Gebäude wirkte der Münchner Baumeister und Hochschullehrer Hans Döllgast (1891–1974). Seine Reparaturen der Alten Pinakothek und der Basilika St. Bonifaz bezeugen durch die Verbindung von handwerklicher Tradition und modernen Baustoffen seine Haltung, die Döllgast selbst einmal als „Mischung aus unbestrittener Avantgarde und reservierter Nachhut“ bezeichnet hat. In der Nachfolge von Döllgast haben vor allem zwei seiner Absolventen beispielhafte Werke geschaffen. Karljosef Schattner (1924–2012), der langjährige Diözesanbaumeister des Bistums Eichstätt und Josef Wiedemann (1910–2001), dessen interpretierende Rekonstruktion der stark zerstörten Glyptothek am Königsplatz zu den Meisterwerken der Nachkriegsmoderne Deutschlands zählt.
Architekturgalerie München im Kunstareal, Türkenstraße 30, München
Mo-Fr 9.30-19 Uhr, Sa: 9.30-18 Uhr, bis 15. September 2019
www.architekturgalerie-muenchen.de

double trouble \ double grins \ is it so with \ twins
Ein Sternzeichen, zwei Individuen, mehrfache Spiegelungen und viele Mythen: obwohl weniger als zwei Prozent aller Geburten Zwillingsgeschwister hervorbringen, gibt es unzählige Bilder, Vorstellungen und Erzählungen über die Existenz von Zwillingen.
Präsentiert werden Arbeiten von und über Zwillinge mit Blick auf Zwillingsbildung bzw. -bindung („twinning“). Projekte die über Individualität reflektieren und über Menschen, deren Leben von enger Koexistenz geformt ist. Zwillinge sind die offensichtlichsten Beispiele für ein Nebeneinander oder Miteinander, aber auch Menschen die ihr Leben in einer speziellen Symbiose gestalten, rücken in den Fokus.
Mit Arbeiten von Roger Ballen / Joseph Beuys / Jorge Méndez Blake / Alighiero (e) Boetti / Claude Cahun & Marcel Moore / Wanda Perrone Capano / Martin Creed / Jun Fujiyasu / Rita Hensen / Huber.Huber / Gerry Johansson / Fie Norsker / Timm Rautert / Gregor Schneider / Linn Schröder / Asbjørn Skou / Neal Slevin / Janos Stekovics / Kristina Stoltz / Will Viney / Gillian Wearing / et al.
Lothringer13 Halle, Lothringer Str. 13, München
Di-So 11-20 Uhr, bis 22. September 2019
www.lothringer13.com

Der Olympiapark – fotografische Ansichten
Der Olympiapark ist ein ganz besonderer Ort. Das Spannungsfeld zwischen Architektur, Landschaftsgestaltung, Designkonzept, Eventlocation, historischen ereignissen und aktueller Nutzung ist faszinierend. Entdecken Sie in der Ausstellung ungewöhnliche Blicke, unbekannte Ansichten und reizvolle Bildergeschichten.
Zu sehen sind Fotografien von Ursula Czerska, Thomas Deutsche, John de Vine, Kurt Einheillig, Sabine Froschmayr, Markus Heinisch, Steffen Pöhlmann, Sarah Seifert, Antoine Squillace, Helmut Wegmeth, Andreas Weimann.
MVHS Moosach, Bauberger Str. 6a, München
Mo-Do 10-20 Uhr, Fr-Sa, Ferien nur bei Veranstaltungsbetrieb, bis 25. September 2019
www.mvhs.de

Taiwan Passwort
Fotografien von Chih-Chieh Chuang und Michael Richter.
Katholische Stiftungshochschule (im H-Bau), Preysingstr. 83, München
bis Ende September 2019

Traumstrasse B3. Unterwegs auf der deutschen Route 66.
Oft beginnt das Außergewöhnliche direkt vor der eigenen Haustür. Für Wolfgang Groeger-Meier ist jede Fahrt auf der Bundesstraße 3 verbunden mit einem Gefühl von Freiheit und Entschleunigung. Seit seiner Kindheit kennt der in Frankreich geborene und in Hannover aufgewachsene Fotograf die Bundesstraße 3, eine der meistbefahrenen Bundesstraßen des Landes. Von Buxtehude bei Hamburg führt sie über die Lüneburger Heide und Frankfurt/Main bis an die deutsch-schweizerische Grenze. Nun hat er sie zum Thema einer Entdeckungsreise und seines neuen Bildbandes gemacht.
Die Fotoausstellung „Traumstraße 3“ im BMW Museum ist seinen Bildern gewidmet. Sie zeigen vor allem das Besondere im Alltäglichen: malerische Landschaften, markante Gebäude und spontane Begegnungen mit den Bewohnern. So lenken sie den Blick auf spannende Orte und Menschen abseits spektakulärer Touristenziele und direkt vor der eigenen Haustür.
Mit dabei ist der mintgrüne BMW 2002, mit dem Oldtimerfan Groeger-Meier die Traumstraße erkundete. Er ist nicht nur auf vielen Fotos zu sehen, sondern auch direkt vor Ort im BMW Museum – allerdings mit Unterbrechungen. Schließlich braucht ihn sein Besitzer ab und zu, um neue Entdeckungsreisen zu unternehmen.
BMW Museum, Am Olympiapark 2, München
Die-So 10-18 Uhr, bis September 2019
www.bmw-welt.com

Renate Pieper: Die Lichtrisse verfugen dann
Renate Pieper zeigt neue Arbeiten in ihrer Ausstellung “Die Lichtrisse verfugen dann”. Zu sehen sind Fotografien in Farbe und in Schwarz-Weiß, die sie in Rohbauten am Ackermannbogen, München, aufgenommen hat. In ihren Bildern werden Bauten aus Beton zu vieldeutigen, beinahe zeitlosen Kulissen oder zu Präsentationsräumen für die sich zufällig darin befindlichen Gegenstände. Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerheft.
SchauRaum im Ackermannbogen, Therese-Studer-Str. 9, Rückgebäude am Fußweg, München
Mi, 25. September, 2. und 9. Oktober 2019, jeweils 17-19 Uhr (Die Künstlerin ist am 2. und 9. 10. anwesend.)
(Vernissage Mi 18. September 2019, 18-21.00 Uhr, Einführung: Kai Nörtemann, Künstler, foen-Mitglied)
www.fo-en.de

Aenne Biermann. Vertrautheit mit den Dingen
Für die Autodidaktin Aenne Biermann (1898 – 1933) war die Kamera ein Mittel sich den Dingen und Situationen ihrer Lebensumwelt anzunähern. Ab Mitte der 1920er-Jahre gewann sie mit ihren Fotografien alltäglichen Erfahrungen und Begebenheiten unbekannte und unerwartete Ansichten ab. Obwohl Aenne Biermann relativ isoliert von den Entwicklungen der Avantgarden in den Großstädten aktiv war, wurden ihre Werke ab 1929 in allen bedeutenden Ausstellungen zur modernen Fotografie umfangreich präsentiert. Das in nur wenigen Jahren entstandene Werk – Aenne Biermann verstarb aufgrund einer Krankheit schon 1933 – zählt heute zu den Hauptwerken der Fotografie des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit. Die Ausstellung umfasst etwa 100 originale Fotografien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, die eine der umfangreichsten Sammlungen zu Aenne Biermann beherbergt. Einige ergänzend ausgewählte Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen sowie Dokumente und Archivalien illustrieren Werk und Werdegang der Künstlerin. Eine Kooperation mit dem Museum Folkwang Essen
PInakothek der Moderne, Saal 28, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 13. Oktober 2019
www.pinakothek.de

Primäre Gesten
Fotografien von Robert Rauschenberg aus den 1980er Jahren aus China und zeitgenössische Installationen in Glas von Mona Hatoum, Hassan Khan, Jana Sterbak und Terry Winters. Gesten sind Bewegungen des Körpers, die der nonverbalen Kommunikation dienen, kleine Akte der Verständigung und des Handelns. Anfang der 1980er Jahre ging der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg als einer der ersten westlichen Künstler nach China mit dem Wunsch, ein solches Zeichen zu setzen, eine Geste des Interesses an der fernen und fremden Kultur. Aus den hunderten von Farbfotografien, die er von dieser Reise mitbrachte, wählte er 28 Motive aus und edierte sie unter dem Titel Study for Chinese Summerhall (1983). Die Ausstellung stellt dieser Fotoserie vier Installationen in Glas von renommierten internationalen Künstlerinnen und Künstlern gegenüber. Sie nehmen alltägliche funktionale Dinge wie einen Knoten oder einen Kreis in ihren Werken auf und transformieren diese primären Gesten in ein künstlerisches Objekt. Ihnen kommt so eine besondere Präsenz und Bedeutung zu.
Alexander Tutsek-Stiftung, Karl-Theodor-Str. 27, München
Di-Fr 14-18 Uhr, Feiertags geschl., bis 18. Oktober 2019
www.atutsek-stiftung.de

Faszination Bernstein
Momentaufnahmen aus einer vergangenen Zeit. Im Mittelpunkt der Fotoausstellung stehen Fossileinschlüsse von Tieren und Pflanzen in Baltischem Bernstein aus der Sammlung von Adolf Freiherr Bachofen von Echt (1864-1947). Die grossformatigen Fotos wurden mit modernster digitaler Mikroskoptechnik aufgenommen.
Paläntologisches Museum, RIchard-Wagner-Str. 10, München
Mo-Do 8-16 Uhr, Fr 8-14 Uhr, jeden 1. So/Monat 10-16 Uhr, bis 31. Oktober 2019
bspg.palmuc.org

Die Welt als Ganzes
Die Auswahl aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne lädt zu einer Wiederbegegnung mit dem Werk der wichtigsten Protagonisten der Düsseldorfer Fotografie ein, zu denen auch Candida Höfer und Axel Hütte zählen. Das Themenspektrum der zwischen 1988 und 2001 entstandenen Arbeiten reicht dabei vom Porträt über Landschafts- und Naturdarstellungen bis zu Interieurs öffentlicher Gebäude. Bei allen thematischen und stilistischen Unterschieden ist den ausgestellten Künstlern gemeinsam, dass sie sich auf einen dokumentarischen, lange nicht als künstlerisch geltenden Ansatz berufen und die Alltagswelt zum Gegenstand ihrer fotografischen Analysen erheben. Durch den Einsatz der Farbe, ihre gegenwartsbezogenen Themen, aber vor allem die Tafelbild großen Abzüge gingen die heute in Düsseldorf, Köln und Berlin lebenden Künstler aber den entscheidenden Schritt weiter, der letztlich zur flächendeckenden Anerkennung der Fotografie als künstlerisch eigenständiger Ausdrucksform innerhalb der zeitgenössischer Kunst führte.
Fotografien von Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff und Thomas Struth.
PInakothek der Moderne, Saal 28, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 3. November 2019
www.pinakothek.de

“I will be with you, whatever“ 25 Jahre BISS – die schönsten Bilder
Das 25-jährige Jubiläum beging die Münchner Straßenzeitung BISS mit der Errichtung eines Kunstwerks auf dem Wittelsbacherplatz im Herzen von München. Die grandiose Skulptur „I will be with you, whatever“ des britischen Künstlerkollektivs Studio Morison war vom 30. Juni bis 13. Oktober 2018 der Mittelpunkt von 80 Veranstaltungen, bei denen die Menschen der Stadt zusammengekommen sind und miteinander gesungen, getanzt, diskutiert und gelacht haben. Mit diesem spektakulären Jubiläumsprojekt ist es BISS gelungen, sehr viele Menschen über die Ursachen von Armut und Obdachlosigkeit aufzuklären und sie zu ermutigen, sich für ein solidarisches und friedliches Miteinander in der Gesellschaft einzusetzen.
Die Ausstellung mit 49 Fotografien von Münchner Fotografen und Einsendungen aus dem Publikum zeigt einen Rückblick auf die menschlichen Seiten des Jubiläums und beleuchtet die vielfältigen Aktionen aus den verschiedenen Blickwinkeln.
H-TEAM e.V., Plinganserstraße 19, München
Mo-Fr nach telef. Vereinbarung unter 089-7473620, bis 15. November 2019
www.h-team-ev.de

RE-VISIONS
Über vier Jahrzehnte haben Ann und Jürgen Wilde eine einzigartige Sammlung moderner und zeitgenössischer Fotografie zusammengetragen, die seit 2010 als Stiftung Ann und Jürgen Wilde den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert ist. Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet das Werk von Fotografinnen wie Aenne Biermann, Florence Henri und Germaine Krull. Die Galerie Wilde (1972-1985), bei Gründung die einzige auf Fotografie spezialisierte Galerie in Deutschland, hatte mit Jan Groover, Marcia Resnick, Gwenn Thomas und Deborah Turbeville auch zeitgenössische Fotografinnen im Programm. Bis heute ist es ein besonderes Anliegen von Ann Wilde, die Arbeit von Künstlerinnen und Fotografinnen zu fördern und zu erwerben. Aus Anlass ihres Geburtstages öffnet die Stifterin erstmals ihre private Sammlung. Die Präsentation „Re-visions“ zeigt Ann Wildes persönliche Sicht auf die Fotografie der 1920er-Jahre bis in die jüngste Gegenwart mit Werken u.a. auch von Johanna Diehl, Rineke Dijkstra, Marie Jo Lafontaine, Barbara Probst, Alexandra Ranner, Judith Joy Ross, Martina Sauter, Eva-Maria Schön, Kathrin Sonntag und Heidi Specker.
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 17. November 2019
www.pinakothek.de

FORUM 050: Der Greif – Public / Private
„Der Greif” ist eine vielfach ausgezeichnete Organisation für zeitgenössische Fotografie. Seit der Gründung 2008 beschäftigt sich das Kollektiv mit aktuellen Themen, die fotografische Bildproduktion, -distribution und -rezeption betreffen. Alle Projekte verbinden physische und virtuelle Räume. Im Zusammenhang mit der Ausgabe 12 ihres Magazins, gastkuratiert vom britisch-südafrikanischen Künstlerduo Broomberg & Chanarin, zeigt „Der Greif” in einer interaktiven Installation eine speziell kuratierte Auswahl an Fotografien. Adam Broomberg & Oliver Chanarin erhalten über eine offene Ausschreibung hierfür fotografische Bilder, die zu privat, zu still, zu gewalttätig, zu politisch, zu subversiv oder zu explizit sind, um sie online zu teilen. Bilder, die niemals auf Facebook, Instagram oder anderen sozialen Netzwerken gezeigt würden. Die Präsentation der Arbeiten fordert die Besucher_innen auf, sich den Bildern zu nähern, sie zu berühren, mit ihnen umzugehen und bricht dadurch mit klassischen Präsentationsformaten von Fotografie. Gleichzeitig hinterfragt sie unsere fotografische Bildrezeption auf Smartphone-Bildschirmen.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, 13. September bis 6. Januar 2020
www.muenchner-stadtmuseum.de

Balkrishna Doshi – Architecture for the People
Balkrishna V. Doshi (*1927 in Pune, Indien) ist Architekt, Städteplaner und Lehrer. Er zählt zu den einflussreichsten Pionieren moderner Architektur in Indien. Doshis Lebenswerk wurde 2018 mit dem Pritzker-Preis geehrt, der weltweit renommiertesten Auszeichnung für Architektur. Seit den 1950er-Jahren hat Doshi mehr als 100 Gebäude realisiert, darunter Verwaltungs- und Kultureinrichtungen, Siedlungen und Wohnhäuser. International bekannt wurde er durch seine visionären Stadtplanungen und sozialen Wohnprojekte sowie durch sein großes Engagement im Bildungsbereich.
Sein Verständnis von Architektur ist stark von Le Corbusier und Louis Kahn geprägt, mit denen er als junger Architekt zusammenarbeitete. Ausgehend von deren moderner Formensprache hat er jedoch ein ganz eigenes ästhetisches Vokabular entwickelt, das mit lokalen Bedürfnissen und indischen Traditionen in Einklang steht. Doshis Gesamtwerk wird in diesem Jahr erstmals in einer Retrospektive in Europa gezeigt. Anhand zahlreicher Architekturmodelle, Pläne, Malereien, Fotografien, Filme und Nachbauten seiner Architekturen in Originalgröße wird sein Schaffen in den Bereichen Architektur, Städtebau, Design und Kunst umfassend präsentiert.
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis
www.pinakothek.de

Vorbilder / Nachbilder
Die Ausstellung präsentiert erstmals eine Auswahl von circa 230 Originalfotografien aus dem Archiv der Universität der Künste Berlin, den ehemaligen Bildvorlagen- und Modellsammlungen, die innerhalb Deutschlands einzigartig sind. Diese dienten an Vorgängereinrichtungen, der Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule Berlins, die dem Kunstgewerbe-Museum angeschlossen war, als Muster und Lehrmittel. Die Bestände umfassen 25.000 Fotografien, die von namhaften Fotografen stammen: die Fratelli Alinari, Ottomar Anschütz, Ludwig Belitski (Sammlung Minutoli), Karl Blossfeldt, Georg Maria Eckert, Constant Famin, Wilhelm von Gloeden, Jakob August Lorent, Guglielmo Marconi, Albrecht Meydenbauer, James Robertson, Henry Peach Robinson und Giorgio Sommer, um nur einige Namen zu nennen. Daneben haben sich gegenständliche Lehrmittel zum Pflanzenstudium, nämlich Bronze-Plastiken und Herbarien, erhalten, die unter der Ägide Moritz Meurers angefertigt wurden. Zeichnungen und andere künstlerische Studien ergänzen die Lehrmittel. Diese Bestände wurden in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt aufgearbeitet und erschlossen.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Archiv der UdK Berlin und wird anschließend im Museum für Fotografie in Berlin gezeigt.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, 7. Februar bis 14. Juni 2020
www.muenchner-stadtmuseum.de

FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – unbounded
“Schönheit verleitet die Menschen zum Hinschauen“, sagte der US-Amerikanische Fotokünstler und Dokumentarfotograf Richard Misrach. Auch der Fotograf Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) transformiert seine Bilddokumente zu Kunstwerken. Seine Sujets sind vergessene und verlassene Orte menschlicher Geschichte. Ohne journalistische Anklage dokumentieren die Bilder Spuren menschlichen Eingriffs in die Natur und deren Ausbeutung. Beispielhaft dafür stehen seine Fotografien von dem 2012 vor der ligurischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia. Dem Nürnberger Fotografen gelang es schwimmend das Wrack kurz vor dessen Ende zu fotografieren. Die aktuelle Arbeit und Buchpublikation von Kielkowski beschäftigt sich mit Pyramiden, einer ehemaligen sowjetischen Bergbaustadt auf Spitzbergen. Bizarr-morbide Landschaftsaufnahmen zeigen zeitgeschichtliche Dokumente gescheiterter technologischer Zukunftsvisionen.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, 17. Juli bis 27. September 2020
www.muenchner-stadtmuseum.de