Fotoausstellungen in München

[Stand 10. Juni 2021] Die folgenden Fotoausstellungen in München (und Umgebung) kann man derzeit oder bald anschauen. Die Ausstellungen sind nach Enddatum sortiert. Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte immer nochmal auf der Website nachschauen. Bei Fragen und ggf. Terminhinweise bitte Mail schicken an sg@goertz-fotografie.de. Weitere aktuelle Infos auch unter www.facebook.com/susannegoertz.fotografie

Aktueller Hinweis: Corona-bedingt kann es sein, dass die ein oder andere Ausstellung nur mit Ameldung zu sehen ist oder auch verlängert wird. Bitte ggf. auf der Website der Veranstalter informieren.

Hartmannshofer Bach – Fotografien von Claus Meereis
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Bilder des Untermenzinger Fotografen Claus Meereis. Bereits seit 2012 inspiriert und begleitet der Bach den Fotografen. Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche bewegte und verwischte Sommerbilder, die heute jung, frech und mutig erscheinen. An Stelle der Unschärfe und Bewegung ist 2020 Klarheit und Ruhe in die Bilder eingezogen. So zeigen die aktuellen Fotografien ein ganz anderes Bild des Baches.
MVHS in Allach-Untermenzing, Oertelplatz 11, München
Mo-Do 9-20 Uhr, Fr, WE, Ferien nur bei Veranstaltungsbetrieb, bis 17. Juni 2021
www.mvhs.de

Roy Hessing „Light in Motion“
Gopho – Gallery of Photography, Haimhauser Str. 1, München
Mi-Fr 16-20 Uhr, Sa. 14-18 Uhr, bis 19. Juni 2021
www.gopho.de

Paradise Lost #gender shift
Ein Ausstellungsprojekt, initiiert von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, in Kooperation mit der PLATFORM und dem Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V., zu den Themen Gender, Sexualität und Identität.
DG Kunstraum, bis 18. Juli 2021 (Fotografien)
PLATFORM, bis 26. Juni 2021 (Bibliothek, Online-Vorträge und -Workshops
Galerie der Künstler, bis 20. Juni 2021 (Filme, Performances)
Informationen unter www.dg-kunstraum.de, Programm-PDF

Arno Schidlowski „AMIATA“
Die Ausstellung AMIATA zeigt den neusten Werkzyklus von Arno Schidlowski (geb. 1975, Deutschland). Inspiriert von literarischen und künstlerischen Traditionen der Romantik, die die Natur instrumentalisieren, um einen inneren Geisteszustand zu vermitteln, bedient sich Schidlowski in seinen langjährigen fotografischen Erkundungen ebenfalls Landschaften, um eben diesen zu visualisieren. Seine unverwechselbaren, „auratischen“ Bilder, die Berg- und Waldlandschaften in ganz Europa einfangen, verwandeln universelle Landschaften in Orte der individuellen Reflexion.
Die neu entstandenen Werke spiegeln beispielhaft seine Arbeitsweise und Bildsequenzen wider, die uns „zeitlos“ und wie losgelöst von einer bestimmten Chronologie oder einer einzelnen Reise erscheinen. Analog fotografiert und von Hand vergrößert, spielen die tonal reichen und atmosphärischen Fotografien mit Perspektive und Fokus, um persönliche Gedankengänge in den Vordergrund zu stellen, die Zeit und Ort überschreiten.
Nach „Jasmund“ (2013), „Pyrénées“ (2015), „Überall“ (2017) ist „Amiata“ die vierte Einzelausstellung des Künstlers bei JO VAN DE LOO.
galerie JO VAN DE LOO, Theresienstraße 48, München
Mi/Fr 12 bis 18 Uhr, Do 12-20 Uhr, Sa 12-15 Uhr u.n. Vbg., bis 26. Juni 2021
www.galerie-jovandeloo.com

Ruth Mahla „Blaue Pause – Vom Stadtacker ins Atelier“
Die Geografin, Fotokünstlerin und Stadtacker-Gärtnerin Ruth Mahla lädt Sie zu einer kleinen blauen Pause ein. Viele der Arbeiten auf Papier sind in einem alten fotochemischen Verfahren, der „Cyanotypie“ gearbeitet, welches leuchtend blaue Bilder erzeugt. Unser Begriff der Blaupause stammt noch daher. Mit diesen sehr langsamen, analogen Fototechniken versuche ich mich in die Gemüse-Charaktere einzufühlen – bevor ich sie mir einverleibe. “Eine bessere Welt ist pflanzbar“ – davon bin ich überzeugt. Die Ausstellung ist auch eine Liebeserklärung an den Stadtacker.
Eintritt frei, Spenden erwünscht.
SchauRaum im Ackermannbogen, Therese-Studer-Str. 9, München
Sa/So 15-20 Uhr, bis 27. Juni 2021, u. n. Vbg. unter ruth.mahla@posteo.de
Finissage: So 27. Juni 2021, 14-16 Uhr

Der Blaue Planet – The Blue Planet
In der Ausstellung geht es ganz grundsätzlich um das, was wir Tag für Tag intensiver erfahren – wie eklatant unser Lebensraum Erde durch vom Menschen selbst herbeigeführte Ursachen nicht mehr nur bedroht, sondern mutwilligen Zerstörungen ausgesetzt ist. 10 internationale Künstlerinnen und Künstler stellen in der Ausstellung Fragen zum Zustand der Welt: Olaf Otto Becker (DE), Barbara Ciurej & Lindsay Lochman (USA), Anja Güthoff (DE), Edgar Honetschläger (AUT), Magdalena Jetelová (CZE), Andrea Motta (BRA) Elham Rokni (ISR), Saba Sitton (USA), Charles Xelot (FRA)
H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Beim Glaspalast 1, 86153 Augsburg
Di–So 10–17 Uhr, bis 27. Juni 2021
kunstsammlungen-museen.augsburg.de

Stephan Reusse – Collaborations
Seit Mitte der 1980er bis in die 2010er Jahre hinein porträtierte Stephan Reusse Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene. Diese ‚Collaborations‘ sind von der Idee eines echten Dialogs getragen. Alle Arbeiten wurden mit den porträtierten Künstlern gemeinsam konzipiert und hier erstmals in einer Museumsausstellung vorgestellt.
Neue Galerie im Höhmannhaus, Maximilianstr. 48, 86150 Augsburg
Di-So 10-17 Uhr, bis 27. Juni 2021
kunstsammlungen-museen.augsburg.de

Lenny Kravitz „Drifter|Flash“
Er hat viele Talente: als Musiker seit Jahrzehnten legendär, als Schauspieler und Designer erfolgreich und darüber hinaus ist längst ebenso die Fotografie Teil seiner kreativen Persönlichkeit. Die Leica Galerie München präsentiert ab dem 1. April 2021 mit der Ausstellung „Drifter|Flash“ einzigartige Aufnahmen von Lenny Kravitz.
Leica Galerie, Maffeistr. 4, München
Mo-Sa 10-1 Uhr, bis 30. Juni 2021
de.leica-camera.com

Sebastião Salgado. EXODUS.
Der brasilianische Fotograf und Fotoreporter Sebastião Salgado erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. Der Preis wurde am Sonntag, den 20. Oktober 2019, in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Die Laudatio hielt der Regisseur Wim Wenders.
Aus diesem Anlass zeigt das Kunstfoyer München ab Oktober 2020 die Ausstellung Sebastião Salgado. EXODUS – das Werk, mit dem er sich in aller Dringlichkeit für soziale Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt hat, lange bevor er mit dem Projekt GENESIS (Ausstellung im Kunstfoyer 2015) und dem Film von Wim Wenders „Das Salz der Erde“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.
Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München
tgl. 9-19 Uhr, bis 30. Juni 2021
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

About Us. Junge Fotografie aus China
Die Ausstellung zeigt siebzig Fotografien junger chinesischer Künstlerinnen und Künstlern, die in den letzten zwei Jahren für die Sammlung erworben wurden. Nach Robert Rauschenbergs westlichem Blick auf China in der letzten Ausstellung zeigen diese Fotografien nun Innenansichten der im Land lebenden Kunstschaffenden.
Alexander Tutsek-Stiftung, Karl-Theodor-Str. 27, München
Di-Fr 14 – 18 Uhr, Feiertags geschlossen, bis auf weiteres
www.atutsek-stiftung.de

Super BOOKS
Anfang Juli richtet das Haus der Kunst die zweite Ausgabe von Super BOOKS aus. An drei Tagen zeigen mehr als 50 internationale Künstler*innen, Gestalter*innen und alternative Verleger*innen ihre autonomen Produktionen im Terrassensaal des Haus der Kunst. Das 2019 entstandene Projekt sieht sich in der Tradition unabhängiger, individueller Orte für Künstlerpublikationen, die sich seit den 1960er-Jahren im Umfeld der internationalen, post-avantgardistischen Kunstszene gebildet haben. Super BOOKS 2021 wird von audiovisuellen Produktionen sowie akustischperformativen Aufführungen ergänzt.
Kuratiert von: Sabine Brantl (Haus der Kunst) mit Hubert Kretschmer (AAP Archiv Künstlerpublikationen), Martin Schmidl (Akademie der Bildenden Künste München) sowie Quirin Brunnmeier und Malte Wandel (fructa space). Eintritt frei.
Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, München
1. bis 3. Juli 2021
hausderkunst.de

Herlinde Koelbl: Jüdische Portraits
»Ich bin, was ich bin. Ein deutscher Jude.« Mit diesen Worten begegnet Norbert Elias in Herlinde Koelbls Projekt »Jüdische Portraits« der Frage nach seiner Heimat. Die vielfach ausgezeichnete Fotografin, die sich selbst gerne als »Forscherin« bezeichnet und stets themenzentriert arbeitet, hatte zwischen 1986 und 1989 bekannte deutsch-jüdische Persönlichkeiten der Geistesgeschichte portraitiert, die der Shoah entkommen waren. Herlinde Koelbl hat sie zudem in Interviews nach ihrem Verständnis von Tradition, Religion und Heimat befragt. Entstanden ist eine einzigartige Studie, ein Portrait der Generation, die als letzte das intellektuelle und geistige Klima der deutsch-jüdischen Symbiose vor dem Holocaust repräsentierte. Die Ausstellung ist ein Beitrag zum Jubiläum von »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« und ein Zeichen gegen den Antisemitismus. Herlinde Koelbl, eine der bekanntesten deutschen Fotografinnen, zählt die »Jüdischen Portraits« zu einem ihrer wichtigsten Werkzyklen.
Bayerische Akademie der Schönen Künste, Max-Joseph-Platz 3, München
Di-Sa 11-17 Uhr, 19. Mai bis 3. Juli 2021
www.badsk.de

Valentina Murabita „Mythos und Magie“
Die Süd­deut­sche Zei­tung nannte sie „Alchi­mis­tin“, da sie ein neues che­mi­sches Ver­fah­ren in der Dun­kel­kam­mer ent­wi­ckelt hat, durch das sie Ana­log­fo­to­gra­fien von fan­tas­ti­schen Wesen kre­iert. Ihre zweite Aus­stel­lung in unse­rer Gale­rie ist schwer­punkt­mä­ßig der Werk­gruppe „Bes­tia­rium“ gewid­met: In den meisten der 16 aus­ge­stell­ten Arbei­ten aus den Jah­ren 2019 bis 2021 hat Mura­b­ito vom Aus­ster­ben bedrohte Tiere in die Welt der Fabel­we­sen und der Ima­gi­na­tion trans­fe­riert.
Ingo Seufert, Gale­rie für Foto­gra­fie der Gegen­wart, Schleiß­hei­mer Str. 44, München
Mi-Fr 14-19 Uhr, Sa 11-5 Uhr, bis 3. Juli 2021
www.ingoseufert.com

A house is a house is a house – FOTODOKS
Vom 7. Juni bis 4. Juli 2021 präsentiert das FOTODOKS Festival seine zehnte Ausgabe mit „A house is a house is a house“ – eine Gruppenausstellung mit einem interdisziplinären Begleitprogramm sowie einer umfangreichen Publikation. Gemeinsam reflektieren die Beiträge das gegenwärtige Verständnis von Zuhause.
Lothringer 13 Halle, München & Online
bis 4. Juli 2021
fotodoks.de/de

Michael Nischke „MADE IN JAPAN“
Im Jahr der möglichen Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokyo läßt uns Michael Nischke eintauchen in eine facettenreiche Welt voller Überraschungen. Nischke besuchte Japan 2017 und 2019 und eröffnete in Tokyo seine Fotoausstellungen. Glücklicherweise geschah dies während der Kirschblüte, so konnte er mit ausdrucksstarken Momentaufnahmen die besondere Atmosphäre in Tokyo, Kyoto und Hakone mit Farbfotografien festhalten.
Eröffnung Do 10. Juni, 18-21 Uhr
Mi, Do, Fr 13-19 Uhr, Sa 12-18 Uhr, 11. Juni bis 8. Juli 2021
www.artoxin.de

Nicholas Nixon: The Brown Sisters, 1975–2020
Die Sammlungspräsentation widmet sich in einer konzentrierten Hängung dem einzigartigen Langzeitprojekt THE BROWN SISTERS des US-amerikanischen Fotografen Nicholas Nixon (*1947).
Seit 1975 porträtiert Nixon einmal jährlich seine Frau und ihre drei Schwestern. In der Abfolge der Bilder sind Entwicklungen und Stimmungen in der geschwisterlichen Beziehung ebenso zu beobachten wie die sich verändernde Mode und Prozesse des Heranwachsens und Alterns. Durch die immer gleiche Position von Heather, Mimi, Bebe und Laurie entwickelt sich ein feinfühliges Porträt der Zeit, in welchem sich Gegenwart fortwährend in Vergangenheit verwandelt, der Blick aber in die Zukunft gerichtet ist.
Erstmalig werden alle 46 Porträts dieser Serie gemeinsam in einem Museum öffentlich ausgestellt. Als herausragend ist das jüngste Bildnis zu bewerten: Es entstand 2020 – im ,Jahr des Abstands‘.
Der Erwerb der kompletten Serie der BROWN SISTERS wurde dank der großzügigen Förderung durch die Alexander Tutsek-Stiftung ermöglicht.
Pinakothek der Moderne, Saal 27, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 11. Juli 2021
www.pinakothek.de

Jana Erb: This is not to be seen* *by future generations
Die Gewissheit, dass nachfolgende Generationen unsere atemberaubenden Naturschönheiten nicht mehr erleben können, treibt Jana Erb in einer unkonventionellen Form der Dokumentationsfotografie an. In wechselnden Perspektiven zeigt sie besondere Seiten unserer Welt und stellt als Chronistin des Klimawandels die Veränderungen der isländischen Ökosysteme durch den Menschen heraus.
In abwechslungsreichen Bildern führt uns die Fotografin über die Insel im Nordatlantik und demonstriert ihre handwerkliche und künstlerische Vielseitigkeit. Es gelingt ihr die verträumte Verletzlichkeit der Wasserfälle am Haifoss in direkten Kontext zu den menschenfeindlichen Mondlandschaften der Myvatn Schwefelfelder zu setzen.
JANA ERB studierte Fotodesign an der FH München und arbeitet seit 2013 als selbstständige Fotografin unter dem Namen KontraPixel. Sie ist im technischen Alpin- und Expeditionsstil versiert, bewegt sich aber auch minimalistisch im großstädtischen Umfeld. Neben ihren Reportagen ist sie für mehrere Bergsport-Magazine journalistisch tätig und übernimmt die Produktfotografie für namhafte Outdoor-Hersteller.
Freier Eintritt – Voranmeldung je nach Inzidenzwert erforderlich. Tel. 089-45238580,  kartenservice@theaterforum.de
bosco, Oberer Kirchenweg 1, 82131 Gauting
Di-Do 10-12:30 Uhr, bis 16. Juli 2021
https://bosco-gauting.de/veranstaltungen/jana-erb-not-be-seen-future-generations-zusatzzeitraum

Michael Wesely
Neue Stillleben und Langzeitaufnahmen der Rekonstruktion der Neuen Nationalgalerie Berlin.
Walter Storms Galerie, Ismaninger Str. 51, München
bis 17. Juli 2021, nur mit Voranmeldung
www.storms-galerie.de

Bauhaus in Bayern – Jean Molitor
In Bayern finden sich zahlreiche glanzvolle Bauten der architektonischen Moderne. Überall im Land entstanden in den 1920er und 1930er Jahren eindrucksvolle Wohnsiedlungen, Postbauten, Kirchen und andere Gebäude in neuem Stil. Das gerade erschienene Buch „Bauhaus in Bayern- Eine fotografische Reise durch die klassische Moderne“ von Kaija Voss und Jean Molitor ist die erste Gesamtschau der vom Bauhaus inspirierten Architektur in Bayern. Die Ausstellung „Bauhaus in Bayern“ in der Architekturgalerie München zeigt diese Meisterwerke des neuen Bauens in großformatigen Schwarz-Weiß-Fotos. 
Architekturgalerie, Türkenstr. 30, München
Mo-Sa 10-18 Uhr, 14. Juni bis 17. Juli 2021
www.architekturgalerie-muenchen.de

Skulturenfotografie in Rom 1850–1870
Zu den beliebten Motiven der frühen Fotografie in Rom gehörten Aufnahmen der berühmten antiken Skulpturen in den Museen des Vatikan und auf dem Kapitol. Fotografien des Apollo Belvedere oder der Kapitolinischen Venus wurden nicht nur von Reisenden als Souvenirs geschätzt, sondern auch von Forschern und Künstlern als Bilddokumente. Die Aufnahmen in den Innenräumen der Museen stellten hohe technische Anforderungen und erforderten lange Belichtungszeiten, die bis zu zwei Tage in Anspruch nehmen konnten. Das wandernde Licht im Raum und die weichen Schatten verleihen den auf diese Weise entstandenen frühen Aufnahmen einen besonderen Charakter. Die Präsentation im Erdgeschoss der Alten Pinakothek zeigt eine Auswahl von 15 Fotografien von Giacomo Caneva bis Giorgio Sommer, die auch die rasante Entwicklung des Mediums von den ersten Abzügen auf Salzpapier bis zu den technisch ausgereiften Aufnahmen aus der Zeit um 1870 belegen.
Alte Pinakothek, EG, Kabinett IIc, Barer Straße 27, München
Di-So 10-18 Uhr, Di/Mi 10-20:30 Uhr, bis 18. Juli 2021
www.pinakothek.de

Klaus Kinold: Ludwig Mies van der Rohe – Barcelona Pavillon und Haus Tugendhat
Kinolds Bilder von zwei Schlüsselwerken des Weltarchitekten Mies van der Rohe sind in der Galerie zu sehen: der rekonstruierte Barcelona-Pavillon und die Villa Tugendhat in Brünn. Die Tugendhat-Aufnahmen aus dem Jahr 2019 sind zugleich Kinolds letzte große Fotoserie vor seinem Tod.
Walter Storms Galerie, Schellingstr. 48, München
(Eröffnung Fr 11. Juni, 18-21 Uhr)
Di bis Fr 11–18 Uhr, Sa 11–16 Uhr, 11. Juni bis 31. Juli 2021
www.storms-galerie.de

München_Ortstermin. Die Stadt nach dem Krieg und heute
München nach dem Zweiten Weltkrieg – bis in die 1960er Jahre ist die Innenstadt geprägt von den Zerstörungen der Luftkriege und dem bald beginnenden Wiederaufbau. Nicht wenige erhaltene Gebäude wurden aber auch erst Jahre nach Kriegsende dem drängenden Wiederaufbau geopfert: eine zweite Zerstörung der Stadt.
München heute – den historischen Bildern der 1950er und 1960er Jahre sind Aufnahmen der heutigen städtebaulicher Situation gegenübergestellt: die alten historischen Aufnahmen – sehr viele davon in Farbe – dokumentieren mit einer Flut von Baustellen und Neubauten den geschäftigen Wiederaufbau und stehen Bildern von Anfang des Jahres 2020 während des Corona-Lockdowns mit dem nahezu vollständigen Versiegen des öffentlichen Lebens und den leeren Straßen und Plätzen Münchens kontrastreich gegenüber.
Die Fotos der 1950er und 60er Jahre stammen aus der umfangreichen Sammlung des Münchners Sebastian Winkler. Sie sind zum Teil über Internet-Portale erworben, viele stammen von amerikanischen Touristen, die kurz nach Kriegsende Deutschland besucht haben bzw. amerikanischen Soldaten, die hier stationiert waren und mit Farbfilmen fotografierten, die in Deutschland und Europa nicht verfügbar waren. Der besondere Fokus richtet sich dabei insbesondere auf die Schäden des Zweiten Weltkriegs. Zum anderen gehören viele dieser Bilder zu einer Foto-Sammlung des Münchner Künstlers Fritz Heydt, der u.a. Orte dokumentiert hat, deren Veränderung unmittelbar bevorstand.
Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b, München
tgl. 12-19 Uhr, (ab 7. Juni (wieder anzuschauen) bis Ende Juli 2021
www.seidlvilla.de/ausstellung

F2
Werbefotografie als freie Kunst? Die Ausstellung F2 präsentiert neue Werke aus dem Atelier Fotografie II der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag.
F2, wie das Studio abgekürzt wird, hat sich von Beginn an der klassischen Industriefotografie widersetzt und versucht, neue Wege zu finden, damit seine Werke künstlerisch frei sind, aber gleichzeitig noch die Anforderungen der Auftragsarbeit erfüllen. „Bestimmte Mythen, die sich ständig wiederholen, werden in die angewandte Fotografie projiziert. Wir möchten diese festen Formen aufbrechen. Es ist an der Zeit, dass die Industriefotografie das Niveau der freien Kunst erreicht. Ich möchte, dass unsere Studierenden Grenzen verwischen und neue Gestalten einbringen“, sagt der Leiter des Studios, Václav Jirásek, der es 2018 zusammen mit Štěpánka Stein an der Akademie der Künste, Architektur und Design in Prag gründete. Diese beiden gehören zu den führenden Köpfen der aktuellen Generation der tschechischen Spitzenfotografinnen. Neben freien kreativen Projekten arbeiten die Studierenden auch außerhalb der Schule – sie fotografieren beispielsweise Mode für renommierte Zeitschriften oder arbeiten mit Designerinnen zusammen.
Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstr. 7, München
Mo-Mi 13–17 Uhr, Do 13–19 Uhr, Fr 12–15 Uhr, 29. 07. 2021 – 27. 08. 2021
munich.czechcentres.cz

Matt Black: American Geography
Mit der Ausstellung AMERICAN GEOGRAPHY von Matt Black setzt das Kunstfoyer die Reihe engagierter Dokumentarfotografen fort, welche stark auf gesellschaftspolitische und soziale Bedingungen des Lebens eingehen. Mit seinen großformatigen quadratischen Schwarz-Weiß-Bildern und überwältigenden Landschaftspanoramen zeigt uns Black ein Land fern der unbegrenzten Möglichkeiten und eine amerikanische Gesellschaft, die größtenteils von Armut, Chancenlosigkeit und politischer Resignation geprägt ist.
Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München
tgl. 9-19 Uhr, 14. Juli bis 12. September 2021
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

10 Jahre Stiftung Ann und Jürgen Wilde an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
Seit 2010 ist die Stiftung Ann und Jürgen Wilde den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert.
Ihre umfangreichen Bestände – dazu zählen die Künstlerarchive Karl Blossfelt und Albert Renger-Patzsch wie auch eine weitreichende Sammlung zur Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre mit Werken beispielsweise von Aenne Biermann, Alfred Ehrhardt, Florence Henri, Germaine Krull, Werner Rohde, August Sander und Friedrich Seidenstücker – ergänzen und erweitern den Sammlungsbereich Fotografie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen auf außerordentliche Weise.
Mit Ausstellungen wie „Florence Henri. Compositionen“ (2014), „Karl Blossfeldt. Aus der Werkstatt der Natur (2015), „Albert Renger-Patzsch. Ruhrgebietslandschaften“ (2016), „Aenne Biermann. Vertrautheit mit den Dingen“ (2019) und weitreichenden nationalen und internationalen Kooperationsprojekten ist die Stiftung seither in der Pinakothek der Moderne und außerhalb aktiv.
In einem Kabinettraum präsentiert die Stiftung Ann und Jürgen Wilde zehn repräsentative Hauptwerke aus ihren Sammlungsbeständen und gibt anhand von ausgewählten Publikationen und Archivalien einen Einblick in die vielschichtige zehnjährige Tätigkeit.
Pinakothek der Moderne, Saal 10, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 19. September 2021
www.pinakothek.de

STILL LIFE. Fotografien aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde im Dialog mit Werken aus der Sammlung Goetz
Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde nimmt in ihrer aktuellen Sammlungspräsentation „Still Life“ den in den umliegenden Räumen durch die Ausstellung „Au Rendez-vous des amis“ angeregten Dialog mit zeitgenössischen Werken der Sammlung Goetz auf. Sie legt dabei den Fokus auf das Medium Fotografie, das gerade in den letzten 100 Jahren in Ästhetik und Rezeption einen enormen Wandel erfahren hat.
Schon in der Fotografie des frühen 19. Jahrhunderts finden sich Darstellungen von Objektsammlungen und -arrangements wie beispielsweise in William Henry Fox Talbots „The Pencil of Nature“ (1844) ein mit Gläsern gefülltes Regal oder ein Obstkorb mit Früchten. Das Interesse lag hier jedoch vorrangig auf der Darstellung der Struktur der Dinge und auf dem Bezug zu Vorbildern in der Malerei. Als ein Reflex auf die zunehmende Technisierung und Mechanisierung des Alltags entwickelte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Fotografie, die sich mit technischer Perfektion auf die Oberflächen- und Materialbeschaffenheit der Gegenstände konzentrierte, und deren Themenspektrum auch Industrie- und Werbefotografie umfasste.
Die Präsentation zeigt 13 ausgewählte Werke von Florence Henri und Albert Renger Patzsch aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und drei großformatige Arbeiten von Wolfgang Tillmans aus der Sammlung Goetz.
Pinakothek der Moderne, Saal 8, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 19. September 2021
www.pinakothek.de

Erwin Olaf „Unheimlich schön“
In den Niederlanden gehört der Fotograf Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste große Retrospektive in Deutschland. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre.
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung Theatinerstraße 8, München
10-20 Uhr, bis 26. September 2021
www.kunsthalle-muc.de

Susanne Görtz „14x8k/3“
Installation – im Rahmen der Ausstellung XXX – das projekt fotografie.
Aspekte Galerie im Gasteig, Foyer 2. Stock, Rosenheimer Str. 5, München
tgl. 10-22 Uhr, bis November 2021

XXX – das projekt fotografie ‑ Belichtungen der Wirklichkeit
Vor 30 Jahren gründete Michael Jochum das „Projekt Fotografie“ an der Münchner Volkshochschule.Während die Fotografie in den 1980er Jahren hierzulande noch um die schuf Jochum eine fotografische Schule der Wahrnehmung: Offen für alle, die sich grundlegend mit dem Bild und seiner Ästhetik auseinandersetzen wollen und auf der Suche nach einer persönlichen Bildsprache sind. Das „Projekt Fotografie“ etablierte sich in den letzten drei Jahrzehnten als wichtiger Ort für freie künstlerische Fotografie, an dem die Teilnehmenden im diskursiven Austausch gesellschaftliche Bedeutungsebenen des fotografischen Bildes befragen und eigene Bildkonzepte entwickeln.
Die Aspekte Galerie zeigt in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Fotografie & Video/Film anlässlich des Jubiläums in einer Werkschau Arbeiten von Teilnehmenden sowie von Michael Jochum. Zu sehen ist ein breites Spektrum an Bildprojekten: von seriellen S/W-Abzügen auf Baryt und Farbtableaus über raumgreifende fotografische Installationen bis zu Fotomagazinen und KünstlerInnenbüchern.
Mit Arbeiten von Katrin Bertram, Julia Bradshaw, Chih-Chieh Chuang, Oliver Deska, Marlies Ebertshäuser, Armin Feser, Max Glanz, Susanne Görtz, Sabine Herrmann, Matthias Hofstetter, Michael Jochum, Elisabeth Mihalyi, Hermann Offner, Renate Pieper, Reinhard Piper, Tayama Ramos da Silva-Nielsen, Stefan Rampf, Michael Richter, Norbert Rother, Wolfgang Stahr, Guoling Wen, Eva Maria Wittmann, Martin Zinßer.
Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, einen Katalog und ein Magazin.
Vortrag „Das Leben der Bilder“, Michael Jochum, 20. Oktober 2021, 20 Uhr, Gasteig
Aspekte Galerie im Gasteig, Foyer 2. Stock, Rosenheimer Str. 5, München
tgl. 10-22 Uhr, 22. September bis November 2021
(Eröffnung 21. September 2021, 19 Uhr)
www.mvhs.de, www.michael-jochum.de

salon de photographie IX
In dieser Werkschau geben die aktuell Teilnehmenden des „Projekts Fotografie“ einen Einblick in ihre vielfältigen Arbeitsweisen. Thematisch reichen die ausgestellten Fotoarbeiten vom Selbstporträt bis hin zu persönlichen Sichtweisen des Alltags. Das gemeinsam entwickelte Magazin „Nil“ wird erstmalig vorgestellt. Im Rahmen der Jubiläumsausstellung sind auch alle Ehemaligen eingeladen, ihre Arbeiten (Prints, Bücher, Hefte), die während des Projekts „Fotografie“ entstanden sind, zu zeigen.
Gasteig, Rosenheimer Str. 5, München
Sa 11-17 Uhr, Termin im Herbst 2021
www.mvhs.de

FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – Die Ästhetik des Scheiterns
Räumlich eingebunden in die Ausstellung „Grand Tour XXL“ findet das Forum 051 mit Fotografien von Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) statt. Ähnlich reisefreudig wie Korneev, findet er seine Motive in von Menschenhand geschaffenen Architekturen, die, funktionslos geworden und verlassen, heute als unfreiwillige Denkmäler an die ungezügelte Aneignung von Naturräumen durch den industriellen Fortschritt erinnern. In „Pyramiden“, einer entvölkerten sowjetischen Bergbaustadt auf Spitzbergen, steigt er hinab in die eisigen Höhlen ehemaliger Bergwerke, wo er bizarre und morbide Strukturverbindungen von Natur und Technik vorfindet. In Italien beschäftigt sich der Nürnberger Fotograf ebenfalls mit dem Ruinösen. Doch anstatt antike Relikte abzubilden, zieht es Kielkowski nach Genua, wo er sich Zugang zu dem 2012 havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia verschafft. Konstruiert als moderner Tempel der immer mobiler werdenden Vergnügungsgesellschaft wurde sie zum Schauplatz einer Tragödie. Kurz vor dem Abwracken entstanden hier eindrucksvolle, gespenstische Aufnahmen.
Kielkowskis Arbeiten sind keine journalistisch-sachlichen Bilddokumente, sondern Aufnahmen einer Ästhetik des Scheiterns; sie leisten stille Zeugenschaft über die Fallstricke technologischer Errungenschaften und (über)ambitionierter Zukunftsvisionen.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, 24. September 2021 bis 30. Januar 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de

FORUM 052: Fabian Hesse & Mitra Wakil – Algorithmic Prediction und offene Zukünfte
Das Künstler*innen-Duo Mitra Wakil und Fabian Hesse arbeitet an den Schnittstellen von bildender Kunst, neuen Technologien und demokratischer Selbstermächtigung. Ihr Interesse gilt dabei der kreativen und zugleich der kritischen Auseinandersetzung mit Computertechnik, insbesondere der 3D-Technologie.
Hesse & Wakil spüren Fehler oder Kommunikationsstörungen dieser neuen Technologien auf, um sie bewusst zu unterlaufen und künstlerisch nutzbar zu machen. Sie greifen dabei zum Beispiel auf Datenbanken aus der Biotechnologie zurück: Konkret auf 3D-Scans landwirtschaftlich genutzter Pflanzen wie Hirse, Tabak und Tomatenpflanzen sowie Beikräuter. Hesse & Wakil re-organisieren diese Pflanzenteile mit einem menschlich unterstützten Zufallsprinzip und verbinden einzelne Elemente mithilfe eines selbständig kalkulierenden Algorithmus zu neuen hybriden Gestalten. Diese wirken teils floral, teils körperhaft changierend und verschmelzen ineinander als Blätter, Knollen und Früchte in neue fantastische Hybride. Die entstandenen Datensätze lassen Hesse & Wakil wiederum mit dem 3D-Drucker als abstrakte Skulpturen in Aluminium wachsen und verleihen damit ihren fiktionalen Darstellungen eine neue Köperlichkeit.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, 22. November 2021 bis 30. Januar 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de

PARALLELES WACHSTUM. Karl Blossfeldt und Eva-Maria Schön
Karl Blossfeldt (1865-1932) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit in den 1920er- und 1930er-Jahren. Seine Fotografien von Pflanzen belegen den Formenreichtum der Natur, wie es der natürlichen Beobachtung kaum möglich ist. Nahsicht und extreme Vergrößerung überführen die Pflanzenformen in die Abstraktion und lassen sie wie gewaltige Skulpturen und Architekturen erscheinen.
Die Berliner Künstlerin Eva-Maria Schön (* 1948) arbeitet im Spannungsfeld von Malerei und Fotografie. In einigen ihrer Werkserien ist die Pflanzenfotografie von Karl Blossfeldt ein zentrales Bezugsfeld für analytisch-intuitive Bildfindungen.
Die Präsentation zeigt Werke aus den Serien „Unschärfe“ und „Paralleles Wachstum“ von Eva-Maria Schön im Dialog mit einer Auswahl der vielteiligen Arbeitscollagen von Karl Blossfeldt.
Pinakothek der Moderne, Saal 8, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, 1. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022
www.pinakothek.de

Vertrauliche Distanz. Fotografien von Barbara Niggl Radloff 1958–2010
Nach einer Jugend zwischen den Trümmern des zweiten Weltkrieges entdeckte Barbara Niggl Radloff (1936-2010) Mensch und Geschehen der Nachkriegszeit in München und darüber hinaus mit dem Fotoapparat. Ihre aufstrebende Karriere als Bildjournalistin unterbrach sie bald zugunsten des Familienlebens – die Arbeit nahm sie erst Mitte der 1970er Jahre wieder auf. Hinterlassen hat sie ein beeindruckendes Werk, das bis heute weitestgehend unbekannt geblieben ist.
Schon während ihrer Ausbildung am Münchner „Institut für Bildjournalismus“ druckte die Süddeutsche Zeitung ihre Bilder, woraufhin die Münchner Illustrierte sie 1960 – als damals einzige Frau – als Verlagsfotografin anstellte. In ihrer zweiten Schaffensphase bis zu Ihrem Tod 2010 schuf sie ein Panorama der Künstler und Literaten aus aller Welt, die im Künstlerhaus Villa Waldberta in Feldafing zu Gast waren. Ihr Gegenüber – darunter weltberühmte Akteure des Kulturlebens wie Erich Kästner, Hannah Arendt, Carl Zuckmayer, Max Horkheimer oder Emilio Vedova – hielt Barbara Niggl Radloff fest in lebhaften Porträts, welche die Neugier und einfühlsame Art der Fotografin erfahrbar machen.
Der Nachlass der Fotografin gelangte 2018 an das Münchner Stadtmuseum und umfasst über 2.500 Abzüge sowie das Negativ-Archiv der Fotografin mit insgesamt mehr als 50.000 Aufnahmen. Die Ausstellung schöpft aus dem Gesamtwerk der Fotografin und zeigt ihre Bilder im Zusammenhang der „humanistischen Fotografie“ sowie des zeitgenössischen Pressewesens.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, 19. November 2021 bis 20. März 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de

Nachts. Clubkultur in München
Die kulturhistorische Ausstellung „Nachts“ widmet sich in Form eines nächtlichen Streifzugs der Ausgeh- und Clubkultur Münchens von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Neben stadtplanerischen und ökonomischen Fragen nimmt sie insbesondere Menschen und Orte in den Blick, die das Geschehen in der Nacht und das Münchner Nachtleben prägten und prägen. Die Fata Morgana des Atomic Café, das im Münchner Stadtmuseum wieder zu betreten sein wird, zahlreiche Erinnerungsstücke aus Ultraworld, Ultraschall, Flughafen Riem, Kunstpark Ost, Registratur – um nur einige zu nennen – könnten die Ausstellung zu einer modernen Wallfahrt machen. Neben schillernden Personen und ihren nicht minder anziehenden Treffpunkten, beschäftigt sich die Ausstellung auch mit den Begleiterscheinungen des Nachtlebens wie dem Ein- und Ausschluss von Menschen, der Bedeutung von Migration und Geschlecht und erzählt von den Besonderheiten des Arbeitens in einem nicht alltäglichen, nächtlichen Geschehen. Dabei fragt die Ausstellung auch nach der Bedeutung von Nachtleben und Clubkultur in Bezug auf die Urbanisierung Münchens und lenkt den Fokus auf das aktuelle coronabedingte Sterben bekannter nächtlicher Orte und die Entwicklung alternativer Treffpunkte. Eine besondere Bedeutung kommt in „Nachts“ dem Format der Veranstaltung zu: Ein umfangreiches Programm macht das Ausstellungsthema lebendig, erfahrbar und führt über die rein museale Begegnung hinaus.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, 24. Juli 2021 bis 01. Mai 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de

Michael Jochum „Das Leben der Bilder“
Streitfeld Projektraum, Streitfeldstraße 33, München
(verschoben auf 2021)
www.michael-jochum.de, projektraum.streitfeld.ne