Fotoausstellungen in München

[Stand 21. August 2021] Die folgenden Fotoausstellungen in München (und Umgebung) kann man derzeit oder bald anschauen. Die Ausstellungen sind nach Enddatum sortiert. Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte immer nochmal auf der Website nachschauen. Bei Fragen und ggf. Terminhinweise bitte Mail schicken an sg@goertz-fotografie.de. Weitere aktuelle Infos auch unter www.facebook.com/susannegoertz.fotografie

Aktueller Hinweis: Corona-bedingt kann es sein, dass die ein oder andere Ausstellung nur mit Ameldung zu sehen ist oder auch verlängert wird. Bitte ggf. auf der Website der Veranstalter informieren.

Pia Parolin, Boris Bocheinski und Roy Hessing „#NOTAFRAID3
Fotografische Reflexionen, Workshops, Vorträge, interaktive Panoramen (online) und eine reale Fotoausstellung zu Terrorismus und Erinnerungskulturen in Europa.
Gopho – Gallery of Photography, Haimhauser Str. 1, München
Mi-Fr 16-20 Uhr, Sa. 14-18 Uhr, bis 21. August 2021
www.gopho.de

F2
Werbefotografie als freie Kunst? Die Ausstellung F2 präsentiert neue Werke aus dem Atelier Fotografie II der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag.
F2, wie das Studio abgekürzt wird, hat sich von Beginn an der klassischen Industriefotografie widersetzt und versucht, neue Wege zu finden, damit seine Werke künstlerisch frei sind, aber gleichzeitig noch die Anforderungen der Auftragsarbeit erfüllen. „Bestimmte Mythen, die sich ständig wiederholen, werden in die angewandte Fotografie projiziert. Wir möchten diese festen Formen aufbrechen. Es ist an der Zeit, dass die Industriefotografie das Niveau der freien Kunst erreicht. Ich möchte, dass unsere Studierenden Grenzen verwischen und neue Gestalten einbringen“, sagt der Leiter des Studios, Václav Jirásek, der es 2018 zusammen mit Štěpánka Stein an der Akademie der Künste, Architektur und Design in Prag gründete. Diese beiden gehören zu den führenden Köpfen der aktuellen Generation der tschechischen Spitzenfotografinnen. Neben freien kreativen Projekten arbeiten die Studierenden auch außerhalb der Schule – sie fotografieren beispielsweise Mode für renommierte Zeitschriften oder arbeiten mit Designerinnen zusammen.
Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstr. 7, München
Mo-Mi 13–17 Uhr, Do 13–19 Uhr, Fr 12–15 Uhr, 29. Juli 2021 bis 27. August 2021
munich.czechcentres.cz

Elger Esser, Candida Höfer, Thomas Ruff,Thomas Struth, Chen Wei „Focus on Photography
Die Düsseldorfer Fotokunst ist seit mehr als 40 Jahren ein wesentlicher Bestandteil des Galerieprogramms. Diese Ausstellung konzentriert sich auf unterschiedliche Werkzyklen von Elger Esser, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth, die bereits kurz nach ihrem Studium in der Galerie ausstellten. Sie haben den Paradigmenwechsel von der Fotografie zur Fotokunst maßgeblich geprägt und gehören zu den bekanntesten FotokünstlerInnen der Gegenwart. Darüber hinaus sind Werke des chinesischen Fotokünstlers Chen Wei aus seinem bekannten Nachtclub Zyklus zu sehen. In formal wie inhaltlich argumentierenden Werken, die den Natur- und Lebensraum des Menschen befragen, haben sich interessante politische und ästhetische Gegenüberstellungen ergeben.
Galerie Rüdiger Schöttle, Amalienstr. 41, München
Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr, bis 4. September 2021
www.galerie-schoettle.de

Matt Black: American Geography
Mit der Ausstellung AMERICAN GEOGRAPHY von Matt Black setzt das Kunstfoyer die Reihe engagierter Dokumentarfotografen fort, welche stark auf gesellschaftspolitische und soziale Bedingungen des Lebens eingehen. Mit seinen großformatigen quadratischen Schwarz-Weiß-Bildern und überwältigenden Landschaftspanoramen zeigt uns Black ein Land fern der unbegrenzten Möglichkeiten und eine amerikanische Gesellschaft, die größtenteils von Armut, Chancenlosigkeit und politischer Resignation geprägt ist.
Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München
tgl. 9-19 Uhr, 14. Juli bis 12. September 2021
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

10 Jahre Stiftung Ann und Jürgen Wilde an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
Seit 2010 ist die Stiftung Ann und Jürgen Wilde den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert.
Ihre umfangreichen Bestände – dazu zählen die Künstlerarchive Karl Blossfelt und Albert Renger-Patzsch wie auch eine weitreichende Sammlung zur Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre mit Werken beispielsweise von Aenne Biermann, Alfred Ehrhardt, Florence Henri, Germaine Krull, Werner Rohde, August Sander und Friedrich Seidenstücker – ergänzen und erweitern den Sammlungsbereich Fotografie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen auf außerordentliche Weise.
Mit Ausstellungen wie „Florence Henri. Compositionen“ (2014), „Karl Blossfeldt. Aus der Werkstatt der Natur (2015), „Albert Renger-Patzsch. Ruhrgebietslandschaften“ (2016), „Aenne Biermann. Vertrautheit mit den Dingen“ (2019) und weitreichenden nationalen und internationalen Kooperationsprojekten ist die Stiftung seither in der Pinakothek der Moderne und außerhalb aktiv.
In einem Kabinettraum präsentiert die Stiftung Ann und Jürgen Wilde zehn repräsentative Hauptwerke aus ihren Sammlungsbeständen und gibt anhand von ausgewählten Publikationen und Archivalien einen Einblick in die vielschichtige zehnjährige Tätigkeit.
Pinakothek der Moderne, Saal 10, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 19. September 2021
www.pinakothek.de

 im/possible images
Digitale Bilder sind allgegenwärtig. Sie dienen der Information, der Selbstinszenierung im Alltag, als Beweismittel oder als Werkzeuge in den Wissenschaften. Mit Bildern zeigen, erfinden und gestalten wir unsere Wirklichkeit. Aber es gibt auch die unsichtbaren Bilder, die von Maschinen für andere Maschinen gemacht werden um Menschen und Situationen zu filtern, zu klassifizieren und einzuordnen. Bisweilen wird sogar behauptet, dass unser Leben nahezu vollständig von optischen Regimen regiert wird. Doch wie arbeiten diese Regime? im/possible images zeigt recherchebasierte Arbeiten internationaler Künstler*innen, die black boxes alltäglicher Bildverarbeitungstechnologien für uns öffnen.
Konzipiert von Rosa Menkman, mit Beiträgen von Memo Akten, Peter Edwards, Sasha Engelmann & Sophie Dyer, Fabian Heller, Rosa Menkman, Susan Schuppli, UNCV, Alan Warburton u.a.
Lothringer 13 Halle, Lothringer Str. 13, München
bis 19. September 2021 (für aktuelle Öffnungszeiten bitte im Web nachschauen)
www.lothringer13.com

STILL LIFE. Fotografien aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde im Dialog mit Werken aus der Sammlung Goetz
Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde nimmt in ihrer aktuellen Sammlungspräsentation „Still Life“ den in den umliegenden Räumen durch die Ausstellung „Au Rendez-vous des amis“ angeregten Dialog mit zeitgenössischen Werken der Sammlung Goetz auf. Sie legt dabei den Fokus auf das Medium Fotografie, das gerade in den letzten 100 Jahren in Ästhetik und Rezeption einen enormen Wandel erfahren hat.
Schon in der Fotografie des frühen 19. Jahrhunderts finden sich Darstellungen von Objektsammlungen und -arrangements wie beispielsweise in William Henry Fox Talbots „The Pencil of Nature“ (1844) ein mit Gläsern gefülltes Regal oder ein Obstkorb mit Früchten. Das Interesse lag hier jedoch vorrangig auf der Darstellung der Struktur der Dinge und auf dem Bezug zu Vorbildern in der Malerei. Als ein Reflex auf die zunehmende Technisierung und Mechanisierung des Alltags entwickelte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Fotografie, die sich mit technischer Perfektion auf die Oberflächen- und Materialbeschaffenheit der Gegenstände konzentrierte, und deren Themenspektrum auch Industrie- und Werbefotografie umfasste.
Die Präsentation zeigt 13 ausgewählte Werke von Florence Henri und Albert Renger Patzsch aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und drei großformatige Arbeiten von Wolfgang Tillmans aus der Sammlung Goetz.
Pinakothek der Moderne, Saal 8, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 19. September 2021
www.pinakothek.de

Der Blaue Planet – The Blue Planet
In der Ausstellung geht es ganz grundsätzlich um das, was wir Tag für Tag intensiver erfahren – wie eklatant unser Lebensraum Erde durch vom Menschen selbst herbeigeführte Ursachen nicht mehr nur bedroht, sondern mutwilligen Zerstörungen ausgesetzt ist. 10 internationale Künstlerinnen und Künstler stellen in der Ausstellung Fragen zum Zustand der Welt: Olaf Otto Becker (DE), Barbara Ciurej & Lindsay Lochman (USA), Anja Güthoff (DE), Edgar Honetschläger (AUT), Magdalena Jetelová (CZE), Andrea Motta (BRA) Elham Rokni (ISR), Saba Sitton (USA), Charles Xelot (FRA)
H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Beim Glaspalast 1, 86153 Augsburg
Di–So 10–17 Uhr, bis 26. September 2021
kunstsammlungen-museen.augsburg.de

Erwin Olaf „Unheimlich schön“
In den Niederlanden gehört der Fotograf Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste große Retrospektive in Deutschland. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre.
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung Theatinerstraße 8, München
10-20 Uhr, bis 26. September 2021
www.kunsthalle-muc.de

Susanne Görtz „14x8k/3“
Installation – im Rahmen der Ausstellung XXX – das projekt fotografie.
Aspekte Galerie im Gasteig, Foyer 2. Stock, Rosenheimer Str. 5, München
tgl. 10-22 Uhr, bis 7. November 2021

XXX – das projekt fotografie ‑ Belichtungen der Wirklichkeit
Vor 30 Jahren gründete Michael Jochum das „Projekt Fotografie“ an der Münchner Volkshochschule.Während die Fotografie in den 1980er Jahren hierzulande noch um die schuf Jochum eine fotografische Schule der Wahrnehmung: Offen für alle, die sich grundlegend mit dem Bild und seiner Ästhetik auseinandersetzen wollen und auf der Suche nach einer persönlichen Bildsprache sind. Das „Projekt Fotografie“ etablierte sich in den letzten drei Jahrzehnten als wichtiger Ort für freie künstlerische Fotografie, an dem die Teilnehmenden im diskursiven Austausch gesellschaftliche Bedeutungsebenen des fotografischen Bildes befragen und eigene Bildkonzepte entwickeln.
Die Aspekte Galerie zeigt in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Fotografie & Video/Film anlässlich des Jubiläums in einer Werkschau Arbeiten von Teilnehmenden sowie von Michael Jochum. Zu sehen ist ein breites Spektrum an Bildprojekten: von seriellen S/W-Abzügen auf Baryt und Farbtableaus über raumgreifende fotografische Installationen bis zu Fotomagazinen und KünstlerInnenbüchern.
Mit Arbeiten von Katrin Bertram, Julia Bradshaw, Chih-Chieh Chuang, Oliver Deska, Marlies Ebertshäuser, Armin Feser, Max Glanz, Susanne Görtz, Sabine Herrmann, Matthias Hofstetter, Michael Jochum, Elisabeth Mihalyi, Hermann Offner, Renate Pieper, Reinhard Piper, Tayama Ramos da Silva-Nielsen, Stefan Rampf, Michael Richter, Norbert Rother, Wolfgang Stahr, Guoling Wen, Eva Maria Wittmann, Martin Zinßer.
Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, einen Katalog und ein Magazin.
Vortrag „Das Leben der Bilder“, Michael Jochum, 20. Oktober 2021, 20 Uhr, Gasteig
Aspekte Galerie im Gasteig, Foyer 2. Stock, Rosenheimer Str. 5, München
tgl. 10-22 Uhr, 22. September bis 7. November 2021
(Eröffnung 21. September 2021, 19 Uhr)
www.mvhs.de, www.michael-jochum.de

salon de photographie IX
In dieser Werkschau geben die aktuell Teilnehmenden des „Projekts Fotografie“ einen Einblick in ihre vielfältigen Arbeitsweisen. Thematisch reichen die ausgestellten Fotoarbeiten vom Selbstporträt bis hin zu persönlichen Sichtweisen des Alltags. Das gemeinsam entwickelte Magazin „Nil“ wird erstmalig vorgestellt. Im Rahmen der Jubiläumsausstellung sind auch alle Ehemaligen eingeladen, ihre Arbeiten (Prints, Bücher, Hefte), die während des „Projekts Fotografie“ entstanden sind, zu zeigen.
Gasteig, Rosenheimer Str. 5, München
Sa 11-16 Uhr, 9. Oktober 2021
www.mvhs.de

Super BOOKS
Im November wird das Haus der Kunst die zweite Ausgabe von Super BOOKS ausrichten. An zwei Tagen zeigen mehr als 50 internationale Künstler*innen, Gestalter*innen und alternative Verleger*innen ihre autonomen Produktionen. Super BOOKS wurde 2019 im Rahmen der von Sabine Brantl kuratieren Ausstellung „Archives in Residence: AAP Archiv Künstlerpublikationen“ erstmalig im Haus der Kunst veranstaltet. Das Projekt sieht sich in der Tradition unabhängiger, individueller Orte für Künstlerpublikationen, die sich seit den 1960er-Jahren im Umfeld der internationalen, post-avantgardistischen Kunstszene gebildet haben. Super BOOKS 2021 wird von audiovisuellen Produktionen sowie akustischperformativen Aufführungen ergänzt.
Kuratiert von: Sabine Brantl (Haus der Kunst) mit Hubert Kretschmer (AAP Archiv Künstlerpublikationen), Martin Schmidl (Akademie der Bildenden Künste München) sowie Quirin Brunnmeier und Malte Wandel (fructa space).
Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, München
12. bis 13. November 2021
hausderkunst.de

FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – Die Ästhetik des Scheiterns
Räumlich eingebunden in die Ausstellung „Grand Tour XXL“ findet das Forum 051 mit Fotografien von Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) statt. Ähnlich reisefreudig wie Korneev, findet er seine Motive in von Menschenhand geschaffenen Architekturen, die, funktionslos geworden und verlassen, heute als unfreiwillige Denkmäler an die ungezügelte Aneignung von Naturräumen durch den industriellen Fortschritt erinnern. In „Pyramiden“, einer entvölkerten sowjetischen Bergbaustadt auf Spitzbergen, steigt er hinab in die eisigen Höhlen ehemaliger Bergwerke, wo er bizarre und morbide Strukturverbindungen von Natur und Technik vorfindet. In Italien beschäftigt sich der Nürnberger Fotograf ebenfalls mit dem Ruinösen. Doch anstatt antike Relikte abzubilden, zieht es Kielkowski nach Genua, wo er sich Zugang zu dem 2012 havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia verschafft. Konstruiert als moderner Tempel der immer mobiler werdenden Vergnügungsgesellschaft wurde sie zum Schauplatz einer Tragödie. Kurz vor dem Abwracken entstanden hier eindrucksvolle, gespenstische Aufnahmen.
Kielkowskis Arbeiten sind keine journalistisch-sachlichen Bilddokumente, sondern Aufnahmen einer Ästhetik des Scheiterns; sie leisten stille Zeugenschaft über die Fallstricke technologischer Errungenschaften und (über)ambitionierter Zukunftsvisionen.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, 24. September 2021 bis 30. Januar 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de

FORUM 052: Fabian Hesse & Mitra Wakil – Algorithmic Prediction und offene Zukünfte
Das Künstler*innen-Duo Mitra Wakil und Fabian Hesse arbeitet an den Schnittstellen von bildender Kunst, neuen Technologien und demokratischer Selbstermächtigung. Ihr Interesse gilt dabei der kreativen und zugleich der kritischen Auseinandersetzung mit Computertechnik, insbesondere der 3D-Technologie.
Hesse & Wakil spüren Fehler oder Kommunikationsstörungen dieser neuen Technologien auf, um sie bewusst zu unterlaufen und künstlerisch nutzbar zu machen. Sie greifen dabei zum Beispiel auf Datenbanken aus der Biotechnologie zurück: Konkret auf 3D-Scans landwirtschaftlich genutzter Pflanzen wie Hirse, Tabak und Tomatenpflanzen sowie Beikräuter. Hesse & Wakil re-organisieren diese Pflanzenteile mit einem menschlich unterstützten Zufallsprinzip und verbinden einzelne Elemente mithilfe eines selbständig kalkulierenden Algorithmus zu neuen hybriden Gestalten. Diese wirken teils floral, teils körperhaft changierend und verschmelzen ineinander als Blätter, Knollen und Früchte in neue fantastische Hybride. Die entstandenen Datensätze lassen Hesse & Wakil wiederum mit dem 3D-Drucker als abstrakte Skulpturen in Aluminium wachsen und verleihen damit ihren fiktionalen Darstellungen eine neue Köperlichkeit.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, 22. November 2021 bis 30. Januar 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de

PARALLELES WACHSTUM. Karl Blossfeldt und Eva-Maria Schön
Karl Blossfeldt (1865-1932) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit in den 1920er- und 1930er-Jahren. Seine Fotografien von Pflanzen belegen den Formenreichtum der Natur, wie es der natürlichen Beobachtung kaum möglich ist. Nahsicht und extreme Vergrößerung überführen die Pflanzenformen in die Abstraktion und lassen sie wie gewaltige Skulpturen und Architekturen erscheinen.
Die Berliner Künstlerin Eva-Maria Schön (* 1948) arbeitet im Spannungsfeld von Malerei und Fotografie. In einigen ihrer Werkserien ist die Pflanzenfotografie von Karl Blossfeldt ein zentrales Bezugsfeld für analytisch-intuitive Bildfindungen.
Die Präsentation zeigt Werke aus den Serien „Unschärfe“ und „Paralleles Wachstum“ von Eva-Maria Schön im Dialog mit einer Auswahl der vielteiligen Arbeitscollagen von Karl Blossfeldt.
Pinakothek der Moderne, Saal 8, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, 1. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022
www.pinakothek.de

Vertrauliche Distanz. Fotografien von Barbara Niggl Radloff 1958–2010
Nach einer Jugend zwischen den Trümmern des zweiten Weltkrieges entdeckte Barbara Niggl Radloff (1936-2010) Mensch und Geschehen der Nachkriegszeit in München und darüber hinaus mit dem Fotoapparat. Ihre aufstrebende Karriere als Bildjournalistin unterbrach sie bald zugunsten des Familienlebens – die Arbeit nahm sie erst Mitte der 1970er Jahre wieder auf. Hinterlassen hat sie ein beeindruckendes Werk, das bis heute weitestgehend unbekannt geblieben ist.
Schon während ihrer Ausbildung am Münchner „Institut für Bildjournalismus“ druckte die Süddeutsche Zeitung ihre Bilder, woraufhin die Münchner Illustrierte sie 1960 – als damals einzige Frau – als Verlagsfotografin anstellte. In ihrer zweiten Schaffensphase bis zu Ihrem Tod 2010 schuf sie ein Panorama der Künstler und Literaten aus aller Welt, die im Künstlerhaus Villa Waldberta in Feldafing zu Gast waren. Ihr Gegenüber – darunter weltberühmte Akteure des Kulturlebens wie Erich Kästner, Hannah Arendt, Carl Zuckmayer, Max Horkheimer oder Emilio Vedova – hielt Barbara Niggl Radloff fest in lebhaften Porträts, welche die Neugier und einfühlsame Art der Fotografin erfahrbar machen.
Der Nachlass der Fotografin gelangte 2018 an das Münchner Stadtmuseum und umfasst über 2.500 Abzüge sowie das Negativ-Archiv der Fotografin mit insgesamt mehr als 50.000 Aufnahmen. Die Ausstellung schöpft aus dem Gesamtwerk der Fotografin und zeigt ihre Bilder im Zusammenhang der „humanistischen Fotografie“ sowie des zeitgenössischen Pressewesens.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, 19. November 2021 bis 20. März 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de

Nachts. Clubkultur in München
Die kulturhistorische Ausstellung „Nachts“ widmet sich in Form eines nächtlichen Streifzugs der Ausgeh- und Clubkultur Münchens von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Neben stadtplanerischen und ökonomischen Fragen nimmt sie insbesondere Menschen und Orte in den Blick, die das Geschehen in der Nacht und das Münchner Nachtleben prägten und prägen. Die Fata Morgana des Atomic Café, das im Münchner Stadtmuseum wieder zu betreten sein wird, zahlreiche Erinnerungsstücke aus Ultraworld, Ultraschall, Flughafen Riem, Kunstpark Ost, Registratur – um nur einige zu nennen – könnten die Ausstellung zu einer modernen Wallfahrt machen. Neben schillernden Personen und ihren nicht minder anziehenden Treffpunkten, beschäftigt sich die Ausstellung auch mit den Begleiterscheinungen des Nachtlebens wie dem Ein- und Ausschluss von Menschen, der Bedeutung von Migration und Geschlecht und erzählt von den Besonderheiten des Arbeitens in einem nicht alltäglichen, nächtlichen Geschehen. Dabei fragt die Ausstellung auch nach der Bedeutung von Nachtleben und Clubkultur in Bezug auf die Urbanisierung Münchens und lenkt den Fokus auf das aktuelle coronabedingte Sterben bekannter nächtlicher Orte und die Entwicklung alternativer Treffpunkte. Eine besondere Bedeutung kommt in „Nachts“ dem Format der Veranstaltung zu: Ein umfangreiches Programm macht das Ausstellungsthema lebendig, erfahrbar und führt über die rein museale Begegnung hinaus.
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, bis 01. Mai 2022
www.muenchner-stadtmuseum.de