Fotoausstellungen in München

[Stand 14. April 2019] Die folgenden Fotoausstellungen in München (und Umgebung) kann man derzeit oder bald anschauen. Die Ausstellungen sind nach Enddatum sortiert. Alle Angaben ohne Gewähr. Fragen und ggf. Terminhinweise bitte mailen an sg@goertz-fotografie.de.
Weitere aktuelle Infos auch unter www.facebook.com/susannegoertz.fotografie

Herlinde Koelbl, Stefan Moses, Xanti Schawinsky
Fotografien
Galerie Rieder, Maximilianstr. 22, München
Di-Fr 11-13 Uhr, 14-18 Uhr, Sa nach Vereinbarung 11-15 Uhr, bis 16. April 2019
galerierieder.de

FORUM 048: Anna Katharina Zeitler – If you can dream it, you can do it
Anna Katharina Zeitlers Bildzyklus „If you can dream it, you can do it“ nimmt eine Lebenssituation zum Ausgangspunkt, die geprägt ist vom ständigen Unterwegssein und der Sehnsucht, endlich irgendwo anzukommen. Die Fotografien oszillieren zwischen Rastlosigkeit, Ruhelosigkeit und Heimweh. In geheimnisvollen Schlagbildern entführt Anna Katharina Zeitler den Betrachter auf eine poetischen Bilderreise voller Sinnlichkeit, Intimität, Melancholie und Magie, bei der Autobiographisches und Fiktionales ineinanderfließen.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, bis 28. April 2019
www.muenchner-stadtmuseum.de

Valentina Murabito “A Dream within a Dream”
Scheinbar durch Magie entwickelt die Fotokünstlerin Valentina Murabito groteske, absurde und surreale Motive auf Betonblöcken, Holz, Stahl und Wänden. Die Süddeutsche Zeitung nannte sie „Alchimistin“, da sie ein neues chemisches Verfahren in der Dunkelkammer entwickelt hat, durch das sie Analogfotografien von fantastischen Wesen wie ein Halb-Mädchen-Halb-Pfau oder eine Ziege mit vier Hörnern kreiert, die sie u.a. an historischen Orten aufgenommen hat. Im April gibt die Galerie Ingo Seufert mit „A Dream within a Dream“ einen Überblick über das facettenreiche Werk der Ausnahmefotografin. Der Titel bezieht sich auf ein Gedicht Edgar Allen Poes, der seine Leserschaft ebenso in Parallelwelten entführt.
Ingo Seu­fert, Gale­rie für Foto­gra­fie der Gegen­wart, Schleiß­hei­mer Str. 44, München
Di-Fr 14-19 Uhr, Sa 11-15 Uhr, bis 28. April 2019
www.ingoseufert.com

Rudolf Klotz “NYC 1997 – 2018”
Große analoge schwarz/weiß-Fotos von New York aus den Jahren 1997 bis 2018.
Gasthaus Domagk, Fritz-Winter-Strasse 12,  München
Mo-Fr 11:30-15 Uhr, Mi, Do, Fr, Sa 18-22 Uhr, bis 1. Mai 2019
www.gasthausdomagk.de

Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie
Die internationale Gruppenausstellung „Modell-Naturen“ widmet sich einem faszinierenden Bereich der zeitgenössischen Fotografie: Präsentiert werden eindrucksvolle Landschaftsbilder. Doch zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass es sich nicht um Fotografien von tatsächlichen Landschaften handelt, sondern um täuschend echte Abbildungen von Modellen, die von den jeweiligen Künstler*innen in aufwendiger Handarbeit angefertigt wurden.
Mit Arbeiten von Matthew Albanese, Oliver Boberg, Sonja Braas, James Casebere, Julian Charrière, Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger, Kim Keever, Frank Kunert, David LaChapelle, David Levinthal, Didier Massard, Suzanne Moxhay, Mariele Neudecker, Lori Nix, Hans Op de Beeck, Maija Savolainen, Shirley Wegner, Thomas Wrede, Edwin Zwakman.
Kallmann-Museum Ismaning, Schloßstr. 3b, 85737 Ismaning
Di-So 14:30-17 Uhr, bis 5. Mai 2019
kallmann-museum.de

Die Neue Heimat (1950-1982). Eine sozialdemokratische Utopie.
Die „Neue Heimat” war der größte und wichtigste nicht-staatliche Wohnungsbaukonzern im Europa der Nachkriegszeit. In einem Zeitraum von über dreißig Jahren hat sie mehr als 400.000 Wohnungen und seit den sechziger Jahren auch zahlreiche Kommunal- und Gewerbebauten in Deutschland geplant und umgesetzt. Viele wichtige Architekten der Nachkriegszeit waren für die Neue Heimat tätig und haben an deren Konzepten und Bauten maßgeblich mitgewirkt. Der skandalträchtige Zusammenbruch der Neuen Heimat Anfang der achtziger Jahre wirkte wie ein Schock auf die westdeutsche Bevölkerung und markierte das Ende einer Epoche. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wohnungskrise und Diskussionen über die Nachverdichtung in vielen Großstädten scheint nun der Zeitpunkt gekommen, um die Neue Heimat einer erstmaligen und tiefgreifenden Untersuchung zu unterziehen. Die Ausstellung lenkt die Perspektive auf die Protagonisten der Neuen Heimat, einschließlich der rund 700 Architekten und Stadtplaner, und deren Einfluss auf die Entwicklungen im Wohnungs- und Städtebau. Anhand ausgewählter Bauten, Projekte und Stadtplanungskonzepte dokumentiert die Ausstellung mittels Planmaterialen, Fotografien, Modellen und Schriftstücken die Geschichte und aktuelle Bedeutung der Neuen Heimat. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Hamburgischen Architekturarchiv/Hamburgische Architektenkammer.
Pinakothek der Moderne, Architekturmuseum der TU München, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 19. Mai 2019
www.pinakothek.de

Jubiläumsausstellung „200 Jahre Friedhofs- und Bestattungswesen“
Die Ausstellung präsentiert auf über 30 großen Schautafeln die 200-jährige Geschichte des kommunalen Friedhofs- und Bestattungswesens in München. Darüber hinaus zeigt sie einmalige Schwarz-Weiß-Fotografien des Künstlers Werner Bauer vom Alten Südlichen Friedhof sowie einen Film des Künstlers über die städtischen Friedhöfe in München. Die Fotos von Werner Bauer werden nur exklusiv in der Jubiläumsausstellung zu sehen sein.
Alte Münze, Landesamt für Denkmalpflege, Hofgraben 4, München
Mo-Do 11-16 Uhr, Fr 11-14 Uhr, bis 23. Mai 2019
ru.muenchen.de

Carola Vogt & Peter Boerboom “Gartenstücke” // Margriet Smulders “Go with a light foot”
Den in schwarz-weiss gehaltenen „Gartenstücken” von Carola Vogt und Peter Boerboom, stellen wir eine opulent-farbige großformatige Arbeit von Margriet Smulders gegenüber: „Go with a light foot“.
Für ihre „Gartenstücke” haben Carola Vogt und Peter Boerboom sich mittels Kamera in den Mikrokosmos Garten gezoomt und die Vielfalt an Wuchsformen und Strukturen, sowie das Nebeneinander von Pflanzen, Blättern und Leben auf engstem Raum in Bildreihen untersucht.
Margriet Smulders Arbeit „Go with a light foot” hingegen ist inszeniert und reines Produkt der Vorstellungskraft der Künstlerin. Die wiesenartig arrangierte Installation, voller bunter Blüten, grüner Blätter und Gräser ist ein sinnliches Fest der Farben, scheint Kopf zu stehen und spiegelt sich im Wasser.
Galerie Jordanow, Zieblandstr. 19, München
Mi-Fr, 14-19 Uhr, Sa 11-15 Uhr, bis 25. Mai 2019
www.artsy.net

LAND__SCOPE. Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung
In der Ausstellung geht es um das Phänomen Landschaft in der zeitgenössischen Fotografie. Ausgehend von den Vorstellungen, die in der Kunst der Romantik zur idyllischen Naturdarstellung formuliert wurden, werden die Veränderung von Natur- und Nutzlandschaft sowie die Auswirkungen von Verstädterung und Industrialisierung auf die Natur thematisiert. Die circa 120 Kunstwerke stammen u. a. von Claudia Angelmaier, Ursula Böhmer, Mona Breede, Lucinda Devlin, William Eggleston, Jochen Gerz, Beate Gütschow, Raphael Hefti, Dan Holdsworth, Carsten Höller, Roni Horn, Axel Hütte, Magdalena Jetelová, Sven Johne, Peter Keetman, Robert Longo, Richard Mosse, Inge Rambow, Heinrich Riebesehl, Thomas Ruff, Adrian Sauer, Stephen Shore, Maria Sewcz, Hiroshi Sugimoto und Anna Vogel.
Umfangreiches Begleitprogramm.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, bis 26. Mai 2019
www.muenchner-stadtmuseum.de

Piktorialismus
Galerie f5.6, Ludwigstr. 7, München
Mi-Fr 12-18 Uhr, Sa 12-15 Uhr, bis 31. Mai 2019
www.f56.net

Generations 3 – Künstlerinnen im Dialog
Gezeigt werden 200 Arbeiten von Zeichnungen über Fotografien, Gemälde und Skulpturen bis hin zu Filmen und umfangreichen Installationen von mehr als 40 Künstlerinnen. (Tomma Abts, Diane Arbus, Maria Bartuszova, Huma Bhaba, Louise Bourgeois, Geta Bratescu, Christa Dichgans, Lecia Dole-Recio, Tracey Emin, Nan Goldin, Dominique Gonzalez-Foerster, Evely Hofer, Roni Horn, Louise Lawler, Sherrie Levine, Sarah Lucas, Cindy Sherman, Kiki Smith, Rosemarie Trockel u.a.
Sammlung Goetz, Oberföhringer Str. 103, München
Do/Fr 14-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr, bis 1. Juni 2019
www.sammlung-goetz.de

Thomas Ruff “Serien”
Sein wissenschaftlicher Blick auf das Medium der Fotografie, sein analytisches Vorgehen unter Einbeziehung modernster Techniken führen unermüdlich zu neuen Bildfindungen. Die Ausstellung Thomas Ruff „Serien“ gibt einen Einblick in die Vielfalt der Werkgruppen und einen Ausblick auf die jüngst entstandene Serie.
Galerie Rüdiger Schöttle, Amalienstr. 41 RGB, München
Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr, bis 1. Juni 2019
www.galerie-schoettle.de

“Am I What You’re Looking For?” – Photography by Endia Beal
Am I What You’re Looking For? focuses on young women of color who are transitioning from the academic world to the corporate setting capturing their struggles and uncertainties on how to best present themselves in the professional workspace. As the young women pose in front of an office backdrop in the home, they recall conversations during job interviews. The women explained how employers would tell that their natural hair was unprofessional or their name was too difficult to pronounce, suggesting they alter themselves for the job. This project provides an in-depth investigation into the experiences and fears of being a woman of color in corporate America.
Amerikahaus, Barer Straße 19a, München
Mo-Fr 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr, So 10-16 Uhr, bis 2. Juni 2019
www.amerikahaus.de

Jean Molitor “Bauhaus – Eine fotografische Weltreise”
1919 begründete Walter Gropius das Bauhaus in Weimar. Als Mitglied im Arbeitsrat für Kunst während der Novemberrevolution war er der Überzeugung, dass Kunst ein Mittel zur Revolutionierung der Gesellschaft ist. Die katastrophalen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges motivierten ihn und seine Kollegenschaft das soziale Leben und den Alltag radikal neu zu denken. Ihre innovativen Ideen zu Zusammenleben und Gestaltung beeinflussten die Entwicklung der modernen Architektur weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Weltweit sind Architektengenerationen mit vom Bauhaus inspirierter Architektur sozialisiert worden, von der klassischen Moderne der 1920/30er-Jahre über die Nachkriegsmoderne bis hin zum aktuellen Bauen.
Der Diplom-Fotograf Jean Molitor reist seit fast einem Jahrzehnt um den Globus, um diesen Einfluss zu dokumentieren: ob Berlin oder Casablanca, Stuttgart oder Havanna, St. Petersburg oder Guatemala-Stadt, Wien, Bukavu im Kongo oder auch München. Die Ausstellung macht mit bislang teilweise unbekannten architektonischen Glanzstücken die globalen Verbindungen und den weltumspannenden Austausch der von dieser Schule geprägten Bauweise sichtbar.
(Führung Kuratorin Petra Gerschner: 15. Mai, 17 Uhr)
Gasteig, Aspekte Galerie 2. Stock, Rosenheimerstr. 5, München
tgl. 10-22 Uhr, bis 2. Juni 2019
www.gasteig.de

Little Boy’s Luminous Legacies (new, clear, atomic narratives)
Die Frage nach dem Atomaren ist immer eine Frage nach Phantomen. Wie eine nicht-sichtbare Parallelwelt neben der greifbaren. Eine Technologie, die in ihrer stillen Alltäglichkeit mehr und mehr ans Mythologische heranrückt. Die Sirenen heulen, Pandora schliesst die Box und Homer arbeitet direkt im Kernkraftwerk von Springfield…
Die Ausstellung Little Boys luminous legacies möchte dem Rechnung tragen und verschiedene Narrative und Erkundungen um das Atomare vorstellen. Das Atomzeitalter wurde auch künstlerisch begleitet, und so wollen wir den Blick auf lose Erzählungen und Andeutungen richten, auf unterschiedliche Versuche, das Unsichtbare sichtbar zu machen, und die tiefe Beziehung zu atomarer Technologie ergründen, die global seit den 1950er Jahren Industrienationen in ihren Innersten prägt. Mal katastrophal, mal ganz alltäglich, nie endgültig. Kuratiert von Dr. Daniel Bürkner und Jörg Koopmann.
Lothringer13 Halle, Lothringer Str. 13, München
Di-So 11–20 Uhr, bis 9. Juni 2019
www.lothringer13.com

Hanne Schaarschmidt “Unterwegs und nebenbei …“
Kleine „Hingucker“ unterwegs in der Stadt oder draußen in der Natur, Augenblicke und Stimmungen, besondere Ausschnitte und Perspektiven, die Schönheit im scheinbar Belanglosen. Hanne Schaarschmidt geht nicht auf Motivsuche, die Motive sind einfach da, „springen“ sie an bei Spaziergängen in der Stadt oder in der Natur, in der näheren Umgebung oder im Urlaub. Es sind Momentaufnahmen verschiedener Materialien und Strukturen, mit Licht, Farbe und Reflexionen, bei denen das Objekt oft erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. Ihre Bilder werden nicht nachbearbeitet – sondern bleiben so, wie sie sind.
Rechtsabteilung der Landeshauptstadt München, Burgstraße 4, 1. Obergeschoss, München
Mo-Do 9.30-15 Uhr, Fr 9.30-13.30 Uhr, bis 28. Juni 2019

Fragende Blicke. Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien
Museum Fünf Kontinente, Maximilianstr. 42, München
Di-So 9:30 -17:30 Uhr, bis 30. Juni 2019
www.museum-fuenf-kontinente.de

Natur als Kunst
Landschaft im 19. Jahrhundert in Malerei und Fotografie Aus den Sammlungen der Christoph Heilmann Stiftung und des Münchner Stadtmuseums.
Städtische Galerie im Lenbachhaus, Luisenstr. 33, München
Di 10-20 Uhr, Mi-So und feiertags 10-18 Uhr, bis 18. August 2019
www.lenbachhaus.de

FORUM 049: Sebastian Riemer – Archivarische Empathie
In seinen Fotografien geht der Düsseldorfer Künstler Sebastian Riemer (geb. 1982) den speziellen und vielgestaltigen Eigenschaften des fotografischen Bildes auf den Grund. Welche Informationen können wir schon an der Oberfläche eines Abzug sammeln? In welchem Verhältnis stehen das Lichtbild und Praktiken der Massenmedien, etwa Stereotypisierung, Retuschen und Manipulationen oder Authentifizierungsstrategien? Riemer wirft diese medienreflexiven Fragen konkret am Bild auf, indem er Fotografien von Fotografien herstellt. Mittels dieser Aneignung fremder Bilder und seiner eigenen Überarbeitung, gelingt es ihm fotografische Charakteristika sichtbar und zum zentralen Thema seiner Bilder zu machen.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, 24. Mai bis 25. August 2019
www.muenchner-stadtmuseum.de

Batia Suter “Hexamiles (Odyssee)
Kunstverein München, Schaufenster am Hofgarten, Galeriestr. 4, München
Immer einsehbar, 17. April bis 25. August 2019
(Eröffnung Di 16. April 2019, ab 19 Uhr)
www.kunstverein-muenchen.de

Primäre Gesten
Fotografien von Robert Rauschenberg aus den 1980er Jahren aus China und zeitgenössische Installationen in Glas von Mona Hatoum, Hassan Khan, Jana Sterbak und Terry Winters. Gesten sind Bewegungen des Körpers, die der nonverbalen Kommunikation dienen, kleine Akte der Verständigung und des Handelns. Anfang der 1980er Jahre ging der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg als einer der ersten westlichen Künstler nach China mit dem Wunsch, ein solches Zeichen zu setzen, eine Geste des Interesses an der fernen und fremden Kultur. Aus den hunderten von Farbfotografien, die er von dieser Reise mitbrachte, wählte er 28 Motive aus und edierte sie unter dem Titel Study for Chinese Summerhall (1983). Die Ausstellung stellt dieser Fotoserie vier Installationen in Glas von renommierten internationalen Künstlerinnen und Künstlern gegenüber. Sie nehmen alltägliche funktionale Dinge wie einen Knoten oder einen Kreis in ihren Werken auf und transformieren diese primären Gesten in ein künstlerisches Objekt. Ihnen kommt so eine besondere Präsenz und Bedeutung zu.
Alexander Tutsek-Stiftung, Karl-Theodor-Str. 27, München
Di-Fr 14-18 Uhr, Feiertags geschl., bis 30. August 2019
www.atutsek-stiftung.de

Saul Leiter.
Diese Ausstellung im Kunstfoyer widmet sich einem Grenzgänger zwischen den Medien Malerei und Fotografie. Saul Leiter (* 1923 in Pittsburgh – 2013 New York City) erfährt erst seit wenigen Jahren die verdiente Würdigung als einer der führenden Pioniere der Farbfotografie. Schon 1946, weit vor den Vertretern der „New Color Photography“ der 1970er Jahre (William Eggleston, Stephen Shore) verwendete er als einer der ersten die damals von Künstlern noch verachtete Farbfotografie. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Kunst und begann bereits als Teenager Ende der 1940er Jahre zu malen. Seine Familie unterstützte sein künstlerisches Interesse nicht, da sein Vater, ein anerkannter Talmudischer Rabbiner und Gelehrter, stets seine Hoffnungen darauf gesetzt hatte, dass sein Sohn ihm eines Tages in der Familientradition als Rabbiner nachfolgen würde.
Saul Leiter hat sich immer als Maler und Fotograf verstanden. Sowohl in seiner Malerei als auch in seinen Fotografien tendiert er deutlich zu Abstraktion und Flächigkeit. Passanten werden nicht als Individuen in das Bild aufgenommen, sondern als verschwommene ästhetische Farbimpulse, überlagert von Scheiben oder zwischen Hauswänden und Verkehrszeichen. Die Übergänge zwischen Abstraktion und Figurativem in seinen Malereien und Fotografien sind beinahe nahtlos. Er findet seine Motive wie Schaufenster, Passanten, Autos, Schilder und immer wieder Regenschirme in der unmittelbaren Umgebung. Die Unschärfe im Detail, die Verwischung von Bewegung und die Minderung der Tiefenschärfe, den Ausgleich oder gewollten Entzug von notwendigem Licht und die Verfremdung durch Fensterdurchsichten und Spiegelungen. Dies alles verschmilzt zur Farbsprache eines halb realen, halb abstrahierten urbanen Raums. Es sind Arbeiten eines fast noch unentdeckten modernen Meisters der Farbfotografie der 1940er und 1950er Jahre.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg und wird kuratiert von Ingo Taubhorn und Brigitte Woischnik.
Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München
tgl. 9-19 Uhr, 5. Juni bis 15. September 2019
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

Von Ferne. Bilder zur DDR
Die Gruppenausstellung »Von Ferne. Bilder zur DDR« zeigt Formen des produktiven Umgangs mit fotografischen Bildern aus der und über die DDR. Zu sehen sind Arbeiten, für die sich Künstler*innen fremde wie auch eigene Bilder (erneut) aneignen, diese in einer Vergegenwärtigung umkreisen und so einer Neubetrachtung öffnen. An verschiedenen Stellen weisen die Arbeiten über die Aneignung auf visueller Ebene hinaus, verschränken in medienübergreifenden Ansätzen Bild und Text, verwenden das eine als Gegenstück des anderen und umgekehrt.
Mit Arbeiten von u. a. Tina Bara, Seiichi Furuya, Tamami Iinuma, Sven Johne, Jens Klein, Jürgen Kuttner, Christian Lange, Emanuel Mathias, Katrin Mayer, Simon Menner, Einar Schleef, Christine Schlegel, Joachim Schmid, Erasmus Schröter, Gabriele Stötzer, Paul Alexander Stolle, Elisabeth Tonnard, Andreas Trogisch, Joerg Waehner, Ulrich Wüst.
Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60, München
Di-So 11-18 Uhr, 6. Juni bis 15. September 2019
www.villastuck.de

Taiwan Passwort
Fotografien von Chih-Chieh Chuang und Michael Richter.
Katholische Stiftungshochschule (im H-Bau), Preysingstr. 83, München
bis Ende September 2019

Traumstrasse B3. Unterwegs auf der deutschen Route 66.
Oft beginnt das Außergewöhnliche direkt vor der eigenen Haustür. Für Wolfgang Groeger-Meier ist jede Fahrt auf der Bundesstraße 3 verbunden mit einem Gefühl von Freiheit und Entschleunigung. Seit seiner Kindheit kennt der in Frankreich geborene und in Hannover aufgewachsene Fotograf die Bundesstraße 3, eine der meistbefahrenen Bundesstraßen des Landes. Von Buxtehude bei Hamburg führt sie über die Lüneburger Heide und Frankfurt/Main bis an die deutsch-schweizerische Grenze. Nun hat er sie zum Thema einer Entdeckungsreise und seines neuen Bildbandes gemacht.
Die Fotoausstellung „Traumstraße 3“ im BMW Museum ist seinen Bildern gewidmet. Sie zeigen vor allem das Besondere im Alltäglichen: malerische Landschaften, markante Gebäude und spontane Begegnungen mit den Bewohnern. So lenken sie den Blick auf spannende Orte und Menschen abseits spektakulärer Touristenziele und direkt vor der eigenen Haustür.
Mit dabei ist der mintgrüne BMW 2002, mit dem Oldtimerfan Groeger-Meier die Traumstraße erkundete. Er ist nicht nur auf vielen Fotos zu sehen, sondern auch direkt vor Ort im BMW Museum – allerdings mit Unterbrechungen. Schließlich braucht ihn sein Besitzer ab und zu, um neue Entdeckungsreisen zu unternehmen.
BMW Museum, Am Olympiapark 2, München
Die-So 10-18 Uhr, bis September 2019
www.bmw-welt.com

Aenne Biermann. Vertrautheit mit den Dingen.
Für die Autodidaktin Aenne Biermann (1898 – 1933) war die Kamera ein Mittel sich den Dingen und Situationen ihrer Lebensumwelt anzunähern. Ab der Mitte der 1920er-Jahre gewann sie mit ihren Fotografien alltäglichen Erfahrungen und Begebenheiten unbekannte und unerwartete Ansichten ab. Obwohl Aenne Biermann relativ isoliert von den Entwicklungen der Avantgarden in den Großstädten aktiv war, wurden ihre Werke ab 1929 in allen bedeutenden Ausstellungen zur modernen Fotografie umfangreich präsentiert. Das in nur wenigen Jahren entstandene Werk – Aenne Biermann verstarb aufgrund einer Krankheit schon 1933 – zählt heute zu den Hauptwerken der Fotografie des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit.
Die Ausstellung umfasst etwa ca. 100 originale Fotografien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, die eine der umfangreichsten Sammlungen zu Aenne Biermann beherbergt, ergänzt um Dokumente und Archivalien, die Werk und Werdegang der Künstlerin illustrieren.
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, 12. Juli bis 13.Oktober 2019
www.pinakothek.de

RE-VISIONS
Über vier Jahrzehnte haben Ann und Jürgen Wilde eine einzigartige Sammlung moderner und zeitgenössischer Fotografie zusammengetragen, die seit 2010 als Stiftung Ann und Jürgen Wilde den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert ist. Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet das Werk von Fotografinnen wie Aenne Biermann, Florence Henri und Germaine Krull. Die Galerie Wilde (1972-1985), bei Gründung die einzige auf Fotografie spezialisierte Galerie in Deutschland, hatte mit Jan Groover, Marcia Resnick, Gwenn Thomas und Deborah Turbeville auch zeitgenössische Fotografinnen im Programm. Bis heute ist es ein besonderes Anliegen von Ann Wilde, die Arbeit von Künstlerinnen und Fotografinnen zu fördern und zu erwerben. Aus Anlass ihres Geburtstages öffnet die Stifterin erstmals ihre private Sammlung. Die Präsentation „Re-visions“ zeigt Ann Wildes persönliche Sicht auf die Fotografie der 1920er-Jahre bis in die jüngste Gegenwart mit Werken u.a. auch von Johanna Diehl, Rineke Dijkstra, Marie Jo Lafontaine, Barbara Probst, Alexandra Ranner, Judith Joy Ross, Martina Sauter, Eva-Maria Schön, Kathrin Sonntag und Heidi Specker.
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 17. November 2019
www.pinakothek.de

FORUM 050: Der Greif – Public / Private
„Der Greif” ist eine vielfach ausgezeichnete Organisation für zeitgenössische Fotografie. Seit der Gründung 2008 beschäftigt sich das Kollektiv mit aktuellen Themen, die fotografische Bildproduktion, -distribution und -rezeption betreffen. Alle Projekte verbinden physische und virtuelle Räume. Im Zusammenhang mit der Ausgabe 12 ihres Magazins, gastkuratiert vom britisch-südafrikanischen Künstlerduo Broomberg & Chanarin, zeigt „Der Greif” in einer interaktiven Installation eine speziell kuratierte Auswahl an Fotografien. Adam Broomberg & Oliver Chanarin erhalten über eine offene Ausschreibung hierfür fotografische Bilder, die zu privat, zu still, zu gewalttätig, zu politisch, zu subversiv oder zu explizit sind, um sie online zu teilen. Bilder, die niemals auf Facebook, Instagram oder anderen sozialen Netzwerken gezeigt würden. Die Präsentation der Arbeiten fordert die Besucher_innen auf, sich den Bildern zu nähern, sie zu berühren, mit ihnen umzugehen und bricht dadurch mit klassischen Präsentationsformaten von Fotografie. Gleichzeitig hinterfragt sie unsere fotografische Bildrezeption auf Smartphone-Bildschirmen.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, 13. September bis 1. Dezember 2019
www.muenchner-stadtmuseum.de

FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – unbounded
“Schönheit verleitet die Menschen zum Hinschauen“, sagte der US-Amerikanische Fotokünstler und Dokumentarfotograf Richard Misrach. Auch der Fotograf Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) transformiert seine Bilddokumente zu Kunstwerken. Seine Sujets sind vergessene und verlassene Orte menschlicher Geschichte. Ohne journalistische Anklage dokumentieren die Bilder Spuren menschlichen Eingriffs in die Natur und deren Ausbeutung. Beispielhaft dafür stehen seine Fotografien von dem 2012 vor der ligurischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia. Dem Nürnberger Fotografen gelang es schwimmend das Wrack kurz vor dessen Ende zu fotografieren. Die aktuelle Arbeit und Buchpublikation von Kielkowski beschäftigt sich mit Pyramiden, einer ehemaligen sowjetischen Bergbaustadt auf Spitzbergen. Bizarr-morbide Landschaftsaufnahmen zeigen zeitgeschichtliche Dokumente gescheiterter technologischer Zukunftsvisionen.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, 13. Dezember 2019 bis 16. Februar 2020
www.muenchner-stadtmuseum.de

So wie wir waren. Deutsche Fotografie der 1970er Jahre
Im Zentrum dieses umfänglichen Ausstellungsprojekts mit mehreren Hundert Werken bekannter und noch zu entdeckender Künstler steht die westdeutsche Fotografie der 1970er-Jahre. Die Tradition eines dokumentarischen Stils wieder aufgreifend etablieren die sogenannten Autorenfotografen die Fotografie im Kontext der zeitgenössischen Kunst. Während sie aufmerksam beschreibend die bundesdeutsche Wirklichkeit in den Blick nehmen, entdecken Maler und Bildhauer das visuelle Potenzial fotografischer Bilder, das tradierte Bildvorstellungen herausfordert, und integrieren diese in ihre oftmals gattungsübergreifenden wie auch gesellschaftskritischen Werke.
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, 5. Januar bis 9. März 2021
www.pinakothek.de