Fotoausstellungen in München

[Stand 20. September 2020] Die folgenden Fotoausstellungen in München (und Umgebung) kann man derzeit oder bald anschauen. Die Ausstellungen sind nach Enddatum sortiert. Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte immer nochmal auf der Website nachschauen. Bei Fragen und ggf. Terminhinweise bitte Mail schicken an sg@goertz-fotografie.de. Weitere aktuelle Infos auch unter www.facebook.com/susannegoertz.fotografie

„Spot On“ Bücher in der Sammlung Brandhorst
Seit Anfang Mai sind im Erdgeschoss des Hauses zentrale Neuerwerbungen der letzten Jahre zu sehen: Sie adressieren das Buch einerseits als Reflexionsraum und formales Mittel, andererseits als Ort politischer Auseinandersetzung – mit Büchern und Werken u.a. von Richard Artschwager, Jacqueline Humphries, Arthur Jafa, Kara Walker, Ed Ruscha, Andy Warhol, Lawrence Weiner, Laura Owens.
Museum Brandhorst, Thersienstr. 35a, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 20. September 2020
www.museum-brandhorst.de

Florian Haenicke „Wer bist du? Unser Leben mit Friedrich“
Im Jahr 2019 sahen Millionen ZEIT-Leser jede Woche ein Foto von Friedrich, zusammen mit einem kurzen, intensiven Text. Die Kolumne des Münchner Fotografen Florian Jaenicke (*1969), die eine überwältigende Resonanz hervorrief, gibt einen einzigartigen Einblick in das Leben mit einem mehrfach schwerstbehinderten Kind. Das Münchner Stadtmuseum zeigt in seiner „Lounge“ diese Fotografien, die im Frühjahr im Aufbau Verlags unter dem Titel „Wer bist du? – Unser Leben mit Friedrich“ als Buch erschienen sind. Interview zum Buch: freundeskreisphotographie.de
Münchner Stadtmuseum, St. Jakobs-Platz 1, München
Di-So 10-18 Uhr, bis 26. September 2020
www.muenchner-stadtmuseum.de

Christian Schmid „Geschlossene Gesellschaft“
Die Bilder der Serie wurden von Mai bis Juli 2020 während des Lockdowns in München aufgenommen. Sie zeigen die verlassenen Partytempel der Stadt genauso wie verwaiste Bars und Boazn.
Jede*r, der/die einen Club unterstützen möchte, kann sich bei dem Aussteller einen Print von seinem Lieblingsclub holen. Ein Bild kostet nicht mehr als ein Abend in eurem Lieblingsclub. Der Erlös wird direkt an diesen gespendet.
Farbenladen, Hansastr. 31, München
Do-Sa 16-21 Uhr, So 13-18 Uhr, bis 27. September 2020
Finissage So 27. September 2020, ab 13 Uhr
www.feierwerk.de, geschlossenegesellschaft.club

Toni Schneiders: Schaut her!
Toni Schneiders ist einer der stilprägenden Fotografen in Deutschland. Mit seinen Aufnahmen im Rahmen von ›fotoform‹ und ›subjektiver fotografie‹ hat er entscheidend dazu beigetragen, die Bildsprache der fotografischen Avantgarde nach 1945 zu erneuern und zu erweitern. In seinem unmittelbaren Lebensumfeld im Alpenvorland und auf Reisen in aller Welt hielt Toni Schneiders markante Momente der Wirklichkeit und des Lebens in Fotografien fest, deren Protagonist ein Mensch, ein Objekt oder eine Landschaft sein konnte. Für seine präzise komponierten Aufnahmen fand Toni Schneiders die Schönheit der grafischen Form in den einfachen und naheliegenden Dingen. Durch dezidierte Bildausschnitte und die Betonung von Fläche und Linie, von Kontur und Struktur erzeugte er Motive von großer Klarheit, setzte sie aber zugleich mit Humor und Einfühlungsvermögen in eine menschliche Perspektive. Zu seinem 100. Geburtstag widmet die Stiftung F.C. Gundlach und das Kunstfoyer München dem bedeutenden Fotografen eine Gesamtschau, die ihn als Porträtist, als Reise-, Industrie- und Landschaftsfotograf neu entdeckt.
Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München
tgl. 9-19 Uhr, bis 27. September 2020
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

André Muehling, Thomas Saible „Circles“
»Durchgängig und überall ist das echte Symbol der Natur der Kreis, weil er das Schema der Wiederkehr ist: diese ist in der Tat die allgemeinste Form der Natur, welche sie in Allem durchführt, vom Laufe der Gestirne an, bis zum Tod und der Entstehung organischer Wesen, und wodurch allein in dem rastlosen Strom der Zeit und ihres Inhalts doch ein bestehendes Dasein, eine Natur, möglich wird.« (Arthur Schopenhauer)
Zum ersten Mal werden die Arbeiten von André Muehling zusammen mit dem befreundeten Münchner Maler Thomas Saible in einer großen gemeinsamen Ausstellung zu sehen sein. Beide Künstler nähern sich aus völlig unterschiedlichen Richtungen dem klassischen Sujet Landschaft. Die großformatigen Gemälde von Thomas Saible changieren zwischen expressiv gestischen Flächen und filigranen zeichnerischen Elementen. Das Aufeinandertreffen von Malerei und Fotografie in den großzügigen Räumen der Orangerie inmitten eines der größten Landschaftsgärten der Welt verspricht ein sowohl symbiotisch, kongeniales, als auch sehr spannungsreiches Ausstellungskozept.
Orangerie im Englischen Garten, Englischer Garten 1a, München
tgl. 10-20 Uhr, 24. bis 28. September 2020
(Vernissage am 24. September 2020 von 18-22 Uhr)
www.andremuehling.de/news

Daniel Biskup „Karl Lagerfeld in Berlin“
Ein Jahr nach dem Tod von Karl Lagerfeld erinnert das tim mit einer Fotoausstellung an den berühmten Modeschöpfer. Zu sehen sind einzigartige, bislang zum Teil unveröffentlichte Aufnahmen, die der international renommierte Fotograf Daniel Biskup im Jahr 2002 von Lagerfeld machte, als der sich spontan zu einem gemeinsamen Fotoshooting durch das nächtliche Berlin überreden ließ. Dabei entstanden ungewöhnliche Bilder, die Lagerfeld in der U-Bahn, ohne Handschuhe oder beim Autogramme schreiben zeigen. So, wie ihn die Öffentlichkeit kaum erlebt hat. Lagerfeld war am 19. Februar 2019 im Alter von 85 Jahren in Paris gestorben. Der aus Deutschland stammenden Designer galt schon zu Lebzeiten als Ikone, hatte die internationale Modebranche in entscheidender Weise geprägt und dem Modehaus Chanel zu neuem Glanz verholfen.
Daniel Biskup, 1962 in Bonn geboren, gehört zu den bedeutendsten deutschen Fotojournalisten der Gegenwart. Er zeigt Menschen in außergewöhnlichen Momenten, ohne ihnen zu nahezutreten. Er fotografierte zahlreiche Prominente wie Katy Perry, Mark Zuckerberg, Papst Benedikt, Jeff Bezos sowie Politiker wie Wladimir Putin, Donald Trump und Angela Merkel.
Parallel zur Ausstellung ist im Verlag Salz und Silber der Bildband „Daniel Biskup // Karl Lagerfeld“ erschienen. Preis: 25 Euro. Eintritt in die Ausstellung frei.
Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)
Di-So 9-18 Uhr, bis 30. September 2020
www.timbayern.de

Retour de la Nature
mit Arbeiten von Gerry Smith, Annabelle Mehraein, Vala Jonsdottir, Lena Engel, Georg Schatz, Judith Egger, Lena Bröcker, Helmut Hinterseer, Tim van den Oudenhoven.
Die von Lena Engel und Marion von Schabrowsky kuratierte Schau steht unter dem Motto „Retour de la Nature“, was der Schrift von Jean-Jacques Rousseau entlehnt ist. Sie bringt Künstler und deren Arbeiten zusammen, die sich dem Besucher nicht didaktisch oder moralisierend entgegenstellen, sondern in ihrer Offenheit vielfältige und nicht eindeutig zu beantwortende  Fragen aufwerfen, die um Themen kreisen wie persönliches Engagement, Bewusstsein, Wunsch und Realität, Sein und Schein, der Freiheit – und dem Leben an sich.
DIA Galerie, Georgenstr. 72, München
15.9.- 3.10.: Di/Do 15-19 Uhr, Sa 15-18 Uhr, Fr 11.9. 18-21 Uhr, Sa/So 12./13.9.: 14-18 Uhr, bis 3. Oktober 2020
www.dia-muc.de

FEELINGS – Kunst und Emotion
Unter dem Blickwinkel des Emotionalen laden 100 Bilder, Objekte und Filme von rund 40 internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen dazu ein, sich Kunst auf intuitive Weise zu nähern. Was löst Kunst in uns aus? Wie sehr hängt der Blick auf Kunst von unseren persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ab? Welche Gefühle kommen bei der Betrachtung von Werken zum Vorschein, wenn allein die Intuition den Blick leitet?
Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 4. Oktober 2020
www.pinakothek.de

Stefania Beretta / Annegret Soltau „Stitched“
Zwei ganz unterschiedliche künstlerische Positionen – und doch findet mit den beiden ausgestellten Werkgruppen „Grima“ von Annegret Soltau (* 1946 Lübeck) und „Paesaggi Improbabili“ von Stefania Beretta (*1957 Vacallo / Schweiz) eine Begegnung statt. Ein besonderes Element spielt dabei eine Rolle. Stitched – übernäht, vernäht: der Faden wird leitende Komponente, Vokabular, Instrument, Stilmittel, Erkennungsmerkmal, persönliches Bekenntnis.
Maurer Zilioli, Schleißheimerstr. 42, München
Mi-Fr 14-19 Uhr; Sa 11-16 Uhr, bis 10. Oktober 2020
www.maurer-zilioli.com

Ausweitung der Marktzone – Künstlerische Fragen an den heutigen Kapitalismus
Die Ausstellung „Ausweitung der Marktzone“ stellt künstlerische Positionen vor, die die Mechanismen und Auswirkungen des Marktes aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Die gezeigten Arbeiten thematisieren etwa grundlegende Dynamiken des Kapitalismus und untersuchen die damit verbundenen Herrschaftsprinzipien auf grafische, aufklärerische Weise. Sie fragen, wie durch menschliche Arbeit Werte entstehen, und zeigen aktuelle Ausprägungen von internationalen Märkten, auf denen tödliche Waffen wie andere Konsumartikel auch angepriesen und gehandelt werden. Aber auch die humorvolle Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir uns als moderne Jäger durch die Angebote der Supermärkte bewegen, ist Teil der Ausstellung, ebenso wie der Blick auf kapitalistische Prinzipien, die das tägliche Leben verändern und im Bereich der Arbeit nicht nur zu prekären Verhältnissen führen, sondern auch zu einem permanenten Zwang, die eigene Persönlichkeit zu optimieren. Die in der Ausstellung gezeigten Werke beschäftigen sich aber auch mit dem Kunstmarkt, den Finanzmärkten, dem Immobilienmarkt sowie dem globalen Rohstoffhandel. Dabei spielen die Anfälligkeit und Erschütterung von Märkten eine Rolle sowie die Folgen unseres Wirtschaftens für Menschen in anderen Regionen der Welt und nicht zuletzt für die Natur. Mit Arbeiten von AG Arbeit, Iván Argote, Ruben Aubrecht, Tom Früchtl, Mariam Ghani, Jochen Höller, Christian Jankowski, Sven Johne, Anja Kempe, Federico Martínez Montoya, Beate Passow, Oliver Ressler, Julian Röder, Andreas Siekmann, Pilvi Takala, Brian Ulrich, Stefanie Unruh, Thomas Weinberger / Benjamin Zuber, Stefanie Zoche.
Kallmann-Museum Ismaning, Schloßstraße 3b, 85737 Ismaning
Di-Sa 14.30-17 Uhr, So 13-17 Uhr, bis 11. Oktober 2020
kallmann-museum.de

Joachim Heinzelmann: Grönland – Bilder von einer bezaubernden Insel
Bereits vor über 25 Jahren verfielen Joachim Heinzelmann und seine Frau Sabine dem Zauber der Mitternachtssonne im hohen Norden. So dauerte es nicht lange bis Grönland zum ersten Mal als Reiseziel auf dem Plan stand. Mit Zelt und Schlafsack ging es 1996 nach Westgrönland und die gesammelten Eindrücke ließen die beiden nicht mehr los. Im Juni 2019 war es dann endlich soweit. Wieder mit Zelt ging es diesmal zuerst nach Ostgrönland. Dort zogen Sie sechs Tage lang durch eine karge Landschaft von archaischer Schönheit. Danach ging es an die Westküste mit dem Ziel, das Zelt u.a. dort auf zu stellen, wo es bereits vor 23 Jahren einmal stand. Hier erlebten sie eine Riesenüberraschung, die sie trefflich in Bildern festhalten konnten. Entstanden sind dabei Fotografien von absolut zeitloser, aber teils auch vergänglicher Schönheit.
bosco Gauting, Oberer Kirchenweg 1, 82131 Gauting
Di, Do, Fr 10-12:30 Uhr, 15-18 Uhr, Mi 10-12:30, Sa 10-12 Uhr, bis 18. Oktober 2020
bosco-gauting.de

Peter Neusser „URBANATURE“
Galerie J.J. Heckenhauer, Marktstr. 13, München
Do 17-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr, bis 20. Oktober 2020
www.heckenhauer.net

Klaus Kinold
„Ich will Architektur zeigen, wie sie ist“ mit diesem Satz wird einer der wichtigsten zeitgenössischen Architekturfotografen Klaus Kinold oft zitiert. Jahrzehntelang gelingt Klaus Kinold die Meisterleistung einer beinahe dokumentarischen Wiedergabe der Bauwerke, welche auf seinen Fotografien auf optimale Weise ihren Wiedererkennungswert behaupten. Zugleich sind diese unverkennbar in einer für Kinold typisch klaren, aber auch poetische und erhabenen Ästhetik inszeniert.
Bauten großer Architekten von Le Corbusier bis Louis Kahn setzt er in Szene mit großem Respekt vor der Gattung der Baukunst und beeindruckendem Können der komplexen Herausforderungen der Architekturfotografie. Hingebungsvoll widmet er sich der Aufnahme der schöpferischen Wiederherstellung bedeutender Bauwerke in München, wie der Alten Pinakothek von Hans Döllgast.
Galerie Stefan Vogdt, Galeriestr. 2, München
Mo-Fr 10:30-18:30 Uhr, Sa 10:30-15 Uhr, bis 23. Oktober 2020
www.galerie-vogdt.de

‚Everything is going to be alright‘ Andreas Greiner und Maximilian Prüfer
Die Ausstellung ‚Everything is going to be alright‘ bringt ein Versprechen oder eine Hoffnung zum Ausdruck. Andreas Greiner und Maximilian Prüfer nähern sich aus sehr unterschiedlichen Richtungen dem Thema des fehlenden Gleichgewichts in unserem Umgang mit der Umwelt beziehungsweise Natur. In beinahe wissenschaftlichen Versuchsanordnungen untersuchen die beiden Künstler die Einflüsse des Menschen auf die biologischen Prozesse unserer Erde und damit wiederum auf uns. Für die Ausstellung sind neue Installationen, Fotografien und Skulpturen entstanden.
DG Deutsche Gesellschaft für Christliche Kunst, Finkenstraße 4, München
Di-Fr 12-18 Uhr, Do 12-20 Uhr, bis 29. Oktober 2020
www.dg-kunstraum.de

August Sander. Sardinien 1927
Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne zeigt seit Mai 2020 aus ihren Sammlungsbeständen ein seltenes Konvolut von originalen Fotografien von August Sander, die dieser während einer Italienreise im Jahr 1927 aufgenommen hatte.
August Sander (1876 –1964) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens der 1920er- und 1930er-Jahre. Mit seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ nimmt er eine herausragende Position innerhalb der Fotografiegeschichte des vergangenen Jahrhunderts ein.
Pinakothek der Moderne, Saal 8, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 8. November 2020
www.pinakothek.de

Social Distancing & Empty Spaces
In diesem Jahr ist alles anders als es mal war. Im Frühjahr hat ein Virus namens Sars-CoV-2 die Welt zum Erliegen gebracht. Die gesamte Gattung Mensch war und ist betroffen. In der Folge wurden die größten Grundrechtseinschränkungen seit dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt. Dass die staatlichen Maßnahmen zumindest anfänglich klanglos hingenommen und befolgt wurden, hat mehr als einen Grund. Der nächstliegende ist die individuelle Betroffenheit. Das Coronavirus kann im mir selbst zum Ausbruch kommen und seinen Zerstörungsprozess entfalten. Ein weiterer Grund, mit der die verordneten Einschnitte angenommen wurden, liegt in den medial erzeugten Verstärkereffekten. Den Medien ist es in der Corona-Krise gelungen, die durch Selbstboulevardisierung und Fake-News-Propaganda erlittenen Imageverluste wettzumachen.
Die Coronakrise selbst wirkt zunächst wie grelles, ungefiltertes Licht: sie lässt Dinge, Zustände, Sachverhalte in schonungsloser Schärfe hervortreten. Gesellschaftliche Schwachstellen werden deutlich sichtbar – von der Just-In-Time-Produktion, die jäh abreißt, weil Zulieferern ausfallen über mangelnde Hygiene in Großschlachtbetrieben bis zu Gesundheitssystemen, die so karg ausgestattet sind, dass sie kollabieren.
Zudem führte die Krise weltweit zu entvölkerten Orten, Städten und Räumen. Eine nie da gewesene Leere in vielen Zivilisationszentren der Erde manifestierte sich als evidente Folge einer stillgelegten Gesellschaft. Ein ganzes soziokulturelles Gefüge brach auseinander, als am 14. März das Kulturleben abgeschaltet wurde. Galerien, Museen, Kinos, Kulturzentren und Theater wurden geschlossen. Die Resonanzräume des Publikums wurden verriegelt und das Kunstpublikum um die gemeinsam erlebte Euphorie gebracht. Der kulturelle Shutdown hat alle Künstler*innen erwischt, da sie nicht systemrelevant sind.Die Ausstellung „Kultureller Shutdown: Social distancing & Empty spaces“ ist ein Projekt, das aus und in der Krise entstand. In einem Open Call hat die Pasinger Fabrik Künstler*innen eingeladen, die ihre im Shutdown gemachten Erfahrungen im Innen- und Außenleben sowie persönliche Inspirationen und Visionen der Coronakrise in bildnerischen Darstellungen festgehalten haben. Die Auswahl der gezeigten Kunstwerke ist international und transmedial (Fotografie, Installation, Film). Es geht um das Bild der Coronapandemie in der zeitgenössischen Kunst.
Pasinger Fabrik, August-Exter-Str. 1, München, Galerien 1-3, Lichthof, Bar
21./23. September bis 29. November 2020
www.pasinger-fabrik.de

Der Blaue Planet – The Blue Planet
In der Ausstellung geht es ganz grundsätzlich um das, was wir Tag für Tag intensiver erfahren – wie eklatant unser Lebensraum Erde durch vom Menschen selbst herbeigeführte Ursachen nicht mehr nur bedroht, sondern mutwilligen Zerstörungen ausgesetzt ist. 10 internationale Künstlerinnen und Künstler stellen in der Ausstellung Fragen zum Zustand der Welt: Olaf Otto Becker (DE), Barbara Ciurej & Lindsay Lochman (USA), Anja Güthoff (DE), Edgar Honetschläger (AUT), Magdalena Jetelová (CZE), Andrea Motta (BRA) Elham Rokni (ISR), Saba Sitton (USA), Charles Xelot (FRA)
H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Beim Glaspalast 1, 86153 Augsburg
Di–So 10–17 Uhr, bis Ende Dezember 2020
kunstsammlungen-museen.augsburg.de

Arnulf Rainer zum 90. Geburtstag
Anlässlich des 90. Geburtstages von Arnulf Rainer wird dem vielfältigen Werk des österreichischen Künstlers in der Pinakothek der Moderne ein eigener Raum gewidmet. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verfügen mit über 40 Gemälden aus allen Schaffensphasen über einen herausragenden Bestand des unermüdlich produktiven Künstlers.
Pinakothek der Moderne, Saal 16, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 31. Dezember 2020
www.pinakothek.de

Welt im Umbruch. Malerei und Fotografie der 20er Jahre – Von Otto Dix bis August Sander
„Die 1920er Jahre waren eine Zeit der Extreme und Gegensätze, voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten. Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie beleuchtet die Ausstellung eine Zeit, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. Die moderne Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit in der Malerei und des Neuen Sehens in der Fotografie strebt eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe des Bildgegenstands an. Die Ausstellung spürt diesem künstlerischen Dialog erstmals in Porträts mit besonderem Fokus auf Akt und Selbstbildnisse, Stadtansichten, Stillleben, Darstellungen von Industrie und Technik sowie politischen Collagen nach. Neben den circa 220 Fotografien, Gemälden und Grafiken werden auch die wichtigsten Fotopublikationen der Zeit sowie ausgewählte Filme der künstlerischen Avantgarde zu sehen sein. Die Werke der Ausstellung stammen von Aenne Biermann, Erwin Blumenfeld, Otto Dix, Hugo Erfurth, Carl Grossberg, Florence Henri, Hannah Höch, Karl Hubbuch, Germaine Krull, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Walter Peterhans, Max Radler, August Sander, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Scholz, Sasha Stone, Umbo u.a.
In Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum Hamburg.
Stadtmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München-Zentrum
Di-So 10-18 Uhr, 2. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021
www.muenchner-stadtmuseum.de

Stephan Reusse – Collaborations
Seit Mitte der 1980er bis in die 2010er Jahre hinein porträtierte Stephan Reusse Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene. Diese ‚Collaborations‘ sind von der Idee eines echten Dialogs getragen. Alle Arbeiten wurden mit den porträtierten Künstlern gemeinsam konzipiert und hier erstmals in einer Museumsausstellung vorgestellt.
Neue Galerie im Höhmannhaus, Maximilianstr. 48, 86150 Augsburg
Di-So 10-17 Uhr, bis 10. Januar 2021
kunstsammlungen-museen.augsburg.de

Astrid Klein. Das vollkommene Liebe die Angst austreibe
Astrid Klein (*1951) zählt zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Zentraler Aspekt ihres Gesamtwerks ist die Auseinandersetzung mit dem politischen Klima im Nachkriegsdeutschland und der westlichen Welt, mit Ängsten und Sehnsüchten, die über die Medien global transportiert werden.
Dank der Förderung der Michael & Eleonore Stoffel Stiftung wurden 2019 fünf Werke von Astrid Klein erworben. Der nunmehr sieben Exponate umfassende Sammlungsbestand zentraler Fotoarbeiten und Collagen aus den 1970er-1980er Jahren wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Pinakothek der Moderne, Saal 27 und Wand Treppe Ost, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 17. Januar 2021
www.pinakothek.de

About Us. Junge Fotografie aus China
Die Ausstellung zeigt siebzig Fotografien junger chinesischer Künstlerinnen und Künstlern, die in den letzten zwei Jahren für die Sammlung erworben wurden. Nach Robert Rauschenbergs westlichem Blick auf China in der letzten Ausstellung zeigen diese Fotografien nun Innenansichten der im Land lebenden Kunstschaffenden.
Alexander Tutsek-Stiftung, Karl-Theodor-Str. 27, München
Di-Fr 14 – 18 Uhr, Feiertags geschlossen, bis 29. Januar 2021
www.atutsek-stiftung.de

From A New Yorker’s Perspective. Photography by Christopher Makos.
Through his photography, highly acclaimed American photographer Christopher Makos documented the life and career of one of the 20th century’s most significant artists, Andy Warhol. These photographs are a window to a period of extraordinary artistic creativity in New York, the United States, and the world.
The iconic works of Christopher Makos reflect the reach and importance of contemporary American art over the last five decades. His photographs have been shown in museums and galleries around the world.
Christopher Makos was born in Lowell, Massachusetts, grew up in California, and moved to New York City after high school. He met Andy Warhol at the Whitney Museum in New York, at the opening of an exhibition of Warhol’s paintings.
Amerikahaus, Karolinenplatz 3, München
Mo-Fr 16-20 Uhr, So 10-16 Uhr, bis 31. Januar 2021
www.amerikahaus.de

Sebastião Salgado. EXODUS.
Der brasilianische Fotograf und Fotoreporter Sebastião Salgado erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. Der Preis wurde am Sonntag, den 20. Oktober 2019, in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Die Laudatio hielt der Regisseur Wim Wenders.
Aus diesem Anlass zeigt das Kunstfoyer München ab Oktober 2020 die Ausstellung Sebastião Salgado. EXODUS – das Werk, mit dem er sich in aller Dringlichkeit für soziale Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt hat, lange bevor er mit dem Projekt GENESIS (Ausstellung im Kunstfoyer 2015) und dem Film von Wim Wenders „Das Salz der Erde“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.
Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München
tgl. 9-19 Uhr, Mitte Oktober 2020 bis Mitte Februar 2021
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

Gegenüber. Porträts von August Sander bis Rineke Dijkstra
Die menschliche Figur als eines der ältesten Motive in der Kunst nimmt auch in der Fotografie eine bedeutsame Rolle ein. August Sander – Wegbereiter einer sachlich-konzeptuellen Fotografie – suchte Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen typologisch zu erfassen. Hingegen nähern sich jüngere Fotografengenerationen einer anderen Wirklichkeit. Rineke Dijkstra oder Wolfgang Tillmans etwa geht es darum, im Porträt auch ein individuelles Lebensgefühl festzuhalten.
Pinakothek der Moderne, Saal 28, Barer Str. 40, München
Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, bis 28. Februar 2021
www.pinakothek.de

Jana Erb: This is not to be seen* *by future generations
In ihrer Fotoserie dokumentiert Jana Erb die Veränderungen der isländischen Ökosysteme durch den Klimawandel aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Gewissheit, dass nachfolgende Generationen unsere atemberaubenden Naturschönheiten nicht mehr erleben können, treibt Jana Erb in einer unkonventionellen Form der Dokumentationsfotografie an. In wechselnden Perspektiven zeigt sie besondere Seiten unserer Welt und stellt als Chronistin des Klimawandels die Veränderungen der isländischen Ökosysteme durch den Menschen heraus.
In abwechslungsreichen Bildern führt uns die Fotografin über die Insel im Nordatlantik und demonstriert ihre handwerkliche und künstlerische Vielseitigkeit. Es gelingt ihr die verträumte Verletzlichkeit der Wasserfälle am Haifoss in direkten Kontext zu den menschenfeindlichen Mondlandschaften der Myvatn Schwefelfelder zu setzen.
bosco, Bürger- und Kulturhaus Gauting, Oberer Kirchenweg 1, 82131 Gauting
Di-Fr 9-12 Uhr, Di, Do, Fr 15-18 Uhr, Sa 10-12 Uhr, verschoben auf 2020/2021
bosco-gauting.de

XXX – das projekt fotografie ‑ Belichtungen der Wirklichkeit
Vor 30 Jahren gründete Michael Jochum das „Projekt Fotografie“ an der Münchner Volkshochschule.Während die Fotografie in den 1980er Jahren hierzulande noch um die schuf Jochum eine fotografische Schule der Wahrnehmung: Offen für alle, die sich grundlegend mit dem Bild und seiner Ästhetik auseinandersetzen wollen und auf der Suche nach einer persönlichen Bildsprache sind. Das „Projekt Fotografie“ etablierte sich in den letzten drei Jahrzehnten als wichtiger Ort für freie künstlerische Fotografie, an dem die Teilnehmenden im diskursiven Austausch gesellschaftliche Bedeutungsebenen des fotografischen Bildes befragen und eigene Bildkonzepte entwickeln.
Die Aspekte Galerie zeigt in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Fotografie & Video/Film anlässlich des Jubiläums in einer Werkschau Arbeiten von Teilnehmenden sowie von Michael Jochum. Zu sehen ist ein breites Spektrum an Bildprojekten: von seriellen S/W-Abzügen auf Baryt und Farbtableaus über raumgreifende fotografische Installationen bis zu Fotomagazinen und KünstlerInnenbüchern.
Mit Arbeiten von Katrin Bertram, Julia Bradshaw, Chih-Chieh Chuang, Oliver Deska, Marlies Ebertshäuser, Armin Feser, Max Glanz, Susanne Görtz, Sabine Herrmann, Matthias Hofstetter, Michael Jochum, Elisabeth Mihalyi, Hermann Offner, Renate Pieper, Reinhard Piper, Tayama Ramos da Silva-Nielsen, Stefan Rampf, Michael Richter, Norbert Rother, Wolfgang Stahr, Guoling Wen, Eva Maria Wittmann, Martin Zinßer.
Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, einen Katalog und ein Magazin.
Aspekte Galerie im Gasteig, Foyer 2. Stock, Rosenheimer Str. 5, München
tgl. 10-22 Uhr, verschoben auf Februar 2021
www.mvhs.de, www.michael-jochum.de

Michael Jochum „Das Leben der Bilder“
Streitfeld Projektraum, Streitfeldstraße 33, München
(verschoben auf Februar/März 2021)
www.michael-jochum.de, projektraum.streitfeld.net